Mit der Ausbreitung von Herceg Novi sind nicht nur Meljine zu einem Vorort geworden, sondern auch fast alle Ortschaften entlang der HN Riviera bis nach Kamenara. Meljine berühren sich jedoch physisch mit Herceg Novi, weshalb man sie heute bereits als organischen Teil der Stadt unter dem Orjen betrachten kann.
Die Siedlung wird erstmals in einem Dubrovniker Dokument aus dem Jahr 1371 erwähnt, also neun Jahre vor der Gründung von Herceg Novi (1382), als einer der Häfen der Gemeinde Dračevica.
Die fünf Kilometer lange Promenade „Pet Danica" – die längste und schönste in der Bucht von Kotor und Montenegro – beginnt in Igalo und endet in Meljine. Die Promenade ist auf ihrer gesamten Länge Küstenpromenade, biegt nirgends ab, folgt der Küstenlinie oder dem Verlauf der letzten Kilometer der ehemaligen Schmalspurbahn auf der Strecke Sarajevo-Zelenika. Ständig zwischen Meer und Grün können Spaziergänger reichhaltige wild gewachsene Flora oder eine parkähnliche Sammlung exotischer Bäume, Ziersträucher, südlicher und seltener Obstbäume sowie einige weniger bekannte Blütenpflanzen beobachten. In welchem Ausmaß Seeleute über Jahrhunderte verschiedene Samen brachten, wird deutlich in jeder Jahreszeit, für jeden in die herrlichen Sorten der Herceg-Novi-Vegetation vertieften Spaziergänger.
Wenn man sich Meljine nähert, geht man auf der Promenade unter dem Savina-Kloster vorbei, dem Komplex des Militärkrankenhauses (gelegen in einem Mittelmeerpark voller Palmen, Kiefern, Zypressen, Eukalyptus und Oleander), um schließlich am Ende bereits in Meljine das Gebäude des ehemaligen Lazaretts zu erblicken. Von diesem Ort bis zu einem der schönsten Buchtstrände, dem Strand Lalovina, erstrecken sich über etwa einen Kilometer Sandstrände.
Die Geschichte des Lazaretts verdient noch ein paar Worte... Nach der Übernahme von Herceg Novi von den Türken durch die Venezianer in dieser Zeit (1687-1797) führt die neue Verwaltung verschiedene Reformen durch, im Bereich der Wirtschaft, Kultur..., sowie im Gesundheitswesen. Die Venezianer bauten ein Lazarett – eine Quarantäneanstalt für kranke Seeleute und Reisende aus infizierten Gegenden – im Jahr 1700 auf Topla, einer damaligen Vorortsgemeinde mit eigenständiger Verwaltung (Topaljska Gemeinde), die heute Teil von Herceg Novi ist. Doch wegen der geringen Kapazität dieses Lazaretts bauten die Venezianer ein neues an der Küste in Meljine, 1732. Das Lazarett-Gebäude am äußersten Ende (oder Anfang!) der Promenade „Pet Danica" zieht weiterhin die Aufmerksamkeit auf sich, denn es handelt sich um eines der größten Gebäude in der Bucht von Kotor (Montenegro) im 18. Jahrhundert. Zum Lazarett wurde 1741 Trinkwasser aus dem nahe gelegenen Savina-Kloster geleitet. Innerhalb dieses imposanten Gebäudekomplexes wurde 1730 die Kirche des Hl. Rochus erbaut. Dass die venezianische Herrschaft diesem Lazarett außergewöhnliche Bedeutung beimaß, sieht man daran, dass es verboten war, Quarantäne irgendwo außer in Split und Meljine zu verhängen. Nach dem Wechsel der Herrschaft funktionierte das Lazarett auch unter österreichischer Verwaltung, wurde 1830 geschlossen und 1837 erneut geöffnet, bis 1934, als seine Existenz überflüssig geworden war.
Von fast jeder Stelle in Meljine kann man das Savina-Kloster sehen, gelegen in der Savina-Eichenwaldung, einem Stadtteil mit dem Status eines geschützten Parks. Badegäste, die Einsamkeit suchen, breiten ihre Handtücher auf Felsbrocken entlang der Promenade aus, während an den zentralen Sandstränden verständlicherweise eine stärkere saisonale Vielfalt herrscht, von Sonnenschirmen, Liegestühlen und Badekleidern. An der Grenze zwischen Meljine und Zelenika, hinter dem letzten Sandstrand, erreicht man über einen schmalen Betonpfad einen der schönsten und im wahrsten Sinne des Wortes – idyllischsten Strände der Herceg-Novi-Riviera. Der Strand Lalovina ist eingebettet und gerahmt von Schichten blättriger Steine, daher völlig abgesondert, eigenartig, einzigartig rein, begehrt und verlockend. In der Vergangenheit war er auch als Ljubavna bekannt.
Vom Lazarett bis zu Lalovina beobachtet der Spaziergänger typische Küstenarchitektur, zahlreiche Villen und manchmal üppige Mittelmeerparks.
Zum Zentrum von Meljine führt heute eine moderne Straße, die Herceg Novi mit Trebinje und der Republika Srpska (BiH) verbindet. Auf ebenjenem Wege erreicht man Bergdörfer und ländliche Ausflugsziele im Hinterland von Herceg Novi (s. Text: Herceg-Novi-Hinterland), wie Kameno, Žljeba, Ubal, Mokrina und Bajkove Kruševiće, von denen unter dem Aspekt von Ausflügen nur der Aufstieg zum Berghaus auf Subra zu erwähnen wäre – und darüber hinaus (bis zu den Höhenkoten Kabao, Dobroštica, Subra) unter Führung eines erfahrenen Bergsteigers. Informationen zu dieser Art von Ausflügen sind am besten beim nächsten Tourismusverein zu erkundigen.

