
Die Orahovačka gehört zu dem alltäglichen Podgorica, das Besucher selten sehen – eine Wohnstraße mit niedrigen Häusern, ummauerten Gärten und Feigenbäumen abseits des Zentrums, wo der Lärm nachlässt und die Nachbarn an Sommerabenden noch draußen sitzen. Hier gibt es kein Denkmal, zu dem man laufen könnte; was die Gegend stattdessen bietet, sind Ruhe, einfaches Parken und das Gefühl einer Stadt, die gewöhnlich lebt und nicht für den Tourismus. Bäckereien, kleine Läden und ein paar Grills der Nachbarschaft machen die örtliche Infrastruktur aus, und das Zentrum ist eine kurze Fahrt oder Busfahrt entfernt.
Nach Süden öffnet sich das Land zur Zeta-Ebene, jener flachen, heißen, fruchtbaren Weite, die den größten Teil des montenegrinischen Weins liefert. Das Gut Plantaže auf dem Ćemovsko polje gehört zu den größten zusammenhängenden Weinbergen Europas, und sein Vranac und Krstač tauchen in jedem Restaurant der Hauptstadt auf. Die Dörfer der Ebene bauen Granatäpfel, Feigen und Wassermelonen an, und die Straßenstände im Spätsommer lohnen einen Halt. In der anderen Richtung rücken die Berge schnell heran: Binnen einer halben Stunde steigt die Straße nach Norden in Kalksteinland, und die Temperatur fällt mit jedem Höhenmeter spürbar – das übliche örtliche Mittel gegen eine Hauptstadt, die im Juli und August durchglüht.
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