
Direkt über dem Jachthafen wird es in Herceg Novi kaum zentraler. Der Hafen unten ist Arbeitsplatz und Treffpunkt zugleich – kleine Fischerboote, Skipper, die Touren zu den Stränden und Höhlen der Bucht anpreisen, eine Reihe von Cafés, in denen die Stadt ihren Morgenkaffee trinkt – und kaum hundert Meter Promenade trennen ihn von den Steintoren des alten Kerns. Dahinter werden die Straßen zu Treppen und ziehen hinauf am Platz Belavista mit seiner kuppelbekrönten orthodoxen Kirche vorbei, am Uhrturm Sahat Kula aus dem 17. Jahrhundert und an der Festung Kanli Kula, deren Amphitheater den Sommer über Konzerte, Filmvorführungen und Theater beherbergt.
Der Preis für diese Lage: in der einen Richtung zwanzig Meter bis zum Meer, in der anderen das gesamte Abendleben der Stadt. Gebadet wird von Plattformen und kleinen Kieselstränden aus, nicht von Sand; die Promenade läuft in beide Richtungen weiter, nach Westen Richtung Topla und Igalo, nach Osten Richtung Savina und sein Kloster. Außerhalb der Saison wird dieselbe Adresse bemerkenswert still, und die milden Winter hier – Mimosenblüte im Februar, geöffnete Cafés an der Wasserfront – machen sie noch lange zu einem brauchbaren Stützpunkt, wenn die Strandgäste längst weg sind.
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