
Ivanova Korita ist ein flaches, grasbewachsenes Becken nahe dem Zentrum des Nationalparks Lovćen, auf rund 1.250 Metern von alten Buchen und Schwarzkiefern umringt. Seit Jahrzehnten ist es das Erholungszentrum des Parks: eine Gruppe von Bungalows und Sportplätzen, markierte Wander- und Mountainbike-Wege in mehrere Richtungen und in den meisten Wintern genug Schnee zum Rodeln und Langlaufen. Die Karstwiesen füllen sich im Juni mit Wildblumen, und die Luft trägt Kiefernduft und Meersalz zugleich, denn die Adria liegt nur einen Bergrücken entfernt.
Das Wahrzeichen des Parks ist das Njegoš-Mausoleum auf dem Jezerski vrh, erreichbar über die Straße und dann 461 Stufen, mit einer Aussichtsterrasse, von der man an klaren Tagen die Bucht von Kotor, das Becken des Skadarsees und die albanischen Berge auf einmal überblickt. Cetinje, die alte königliche Hauptstadt mit Kloster und Palastmuseen, liegt etwa fünfzehn Kilometer bergab, und die Serpentinenstraße Richtung Kotor mit ihren fünfundzwanzig nummerierten Haarnadeln über der Bucht ist eine der großen Fahrten des Balkans. Familien bauen den Tag hier gern um Bewegung: ein Vormittag zwischen den Bäumen, ein Picknick auf der Wiese und dann das Mausoleum am späten Nachmittag, wenn das Licht lang wird und die Reisegruppen weg sind.
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