
Zelenika ist um einen Hafen herum gewachsen, nicht um eine Festung. Als die Österreicher-Ungarn um die Wende zum 20. Jahrhundert eine Schmalspurbahn aus Bosnien herunterführten, traf sie hier auf das Meer, und der Ort trägt dieses Erbe bis heute: eine großzügige Wasserfront, alteingesessene Gärten mit Palmen und Agaven, die dem Klima zusagten, und eine leicht förmliche Note im Vergleich zu den Dörfern ringsum.
Das Ufer ist eine Folge kleiner Kiesel- und Betonstrände, ruhiger als die Stadtstrände von Herceg Novi, weil sich die Bucht hier verengt und kein Seegang hereinkommt. Das Šetalište Pet Danica reicht bis hierher, eine gute Stunde zu Fuß am Wasser entlang führt also nach Westen durch Meljine und Savina in die Altstadt, während sich nach Osten Kumbor, Đenovići und Baošići aneinanderreihen, jedes mit eigenem Kai, eigener Bäckerei und ein, zwei Konobas. Die Fähre in Kamenari setzt nach Lepetane über und spart eine gute halbe Stunde Fahrt nach Tivat und Budva, und die Straße schmiegt sich weiter an die innere Bucht, vorbei an Risan und Perast bis Kotor. Das ergibt einen praktischen Stützpunkt: nachts ruhig, nah am Wasser und ungefähr gleich weit von beiden Flughäfen entfernt.
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