
Der Name Zelenika lässt sich ungefähr als die Grüne übersetzen, und der Ort wird dem gerecht: subtropische Gärten, Agaven und Palmen, dichter Oleander an den Mauern – vieles davon gepflanzt in den österreichisch-ungarischen Jahrzehnten, als dies ein Hafen von einigem Gewicht war. Das Herzstück jener Zeit ist der Bahnhof von 1901, Endpunkt der Schmalspurbahn, die hinauf nach Herceg Novi und weiter Richtung Bosnien und Dubrovnik führte, bis sie 1968 stillgelegt wurde. Abschnitte des alten Bahndamms ergeben noch heute einen ebenen, schattigen Spazierweg oberhalb der Häuser, und die Steinvillen daran sind gut gealtert.
Von einem Balkon im dritten Stock geht der Blick über die Einfahrt zur Bucht, auf der mehr los ist, als es scheint: Fähren, Fischerboote und die Schiffe, die sich Richtung Kotor hineinarbeiten, dazu im Nordwesten die kroatische Landzunge Prevlaka am Horizont. Bis zum Strand sind es etwa zweihundertfünfzig Meter bergab, und Restaurants, Cafés und Supermärkte verteilen sich im selben kurzen Umkreis. Herceg Novi mit Altstadt, Festungen und langer Uferpromenade ist mit dem Bus wenige Minuten entfernt – für Abende, an denen es mehr sein darf als das, was der Ort selbst bietet.
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