Dobra Voda ist ein langer, sonnenzugewandter Küstenabschnitt zwischen Bar und Ulcinj, wo die Adriastraße über einen Hang voller Oliventerrassen führt und die Siedlungen unmittelbar ans Wasser reichen. Direkt am Ufer zu wohnen verändert den Tagesablauf. Man schwimmt vor dem Frühstück von Kies und Fels aus, Möwen arbeiten den ganzen Vormittag über dem Wasser, und am Abend färbt sich das Licht kupfern hinüber zur albanischen Küste. Dies ist einer der sonnigsten Winkel des Landes, und die Badesaison beginnt merklich früher und endet später als in den geschlossenen Buchten weiter nördlich.
Im Hinterland beginnt das Olivenland. Haine, die von denselben Familien über Generationen bewirtschaftet werden, ziehen sich den Hang hinter der Küstenstraße hinauf, und kleine Erzeuger pressen und verkaufen ihr Öl im Herbst direkt ab Hof. Die Konobas an diesem Ufer kochen, was am Morgen aus dem Meer kam — Wolfsbarsch, Tintenfisch, Muscheln —, und man isst spät und im Freien, mit Blick auf die Bootslichter unten. Südwärts führt die Straße weiter nach Ulcinj mit seiner Altstadt auf der Klippe und dem weiten Bogen der Velika Plaža; nördlich liegen der Hafen von Bar, der Jachthafen und die Ruinenstadt Stari Bar am Hang, mit dem uralten Olivenbaum von Mirovica ganz in der Nähe. Die Nachbarbuchten von Veliki Pijesak und Utjeha füllen die Küste dazwischen.
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