
Eine eigene Ponta zu haben – jenen kleinen Betonsteg, den die Häuser der Boka ins Wasser hinausbauen – verändert, wie ein Aufenthalt in der Bucht funktioniert. Man schwimmt vor dem Frühstück, lässt das Handtuch den ganzen Tag über dem Geländer hängen, und das Meer hört auf, ein Ziel zu sein, zu dem man erst fahren muss. Das Wasser direkt vor Risan ist tief, klar und fast immer spiegelglatt, von den umliegenden Bergen vor dem Wind geschützt, der die offene Küste kräuselt.
Risan liegt am Nordrand des breitesten Beckens der Bucht, rund siebzehn Kilometer von Kotor und fünfundzwanzig von Herceg Novi entfernt, womit der größte Teil der Boka in beiden Richtungen in einer halben Autostunde erreichbar ist. Der Ort selbst gibt sich unauffällig: ein Markt, ein paar Konobas, die Ausgrabungsstätte mit ihren römischen Mosaiken und eine Uferfront, an der Fischerboote die Yachten noch immer übertreffen. Dahinter windet sich die Straße in Kehren hinauf nach Crkvice, einem hoch gelegenen Weiler an der Flanke des Orjen, der als einer der regenreichsten bewohnten Orte Europas gilt – eine seltsame Auszeichnung für eine so sonnige Küste und der Grund, warum die Hänge über dem Ort so dicht grün sind. Fahren Sie an einem klaren Tag hinauf und blicken Sie zurück in den Fjord; der Abfall von dieser Hochebene zum Wasser gehört zu den steilsten im gesamten Mittelmeerraum.
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