
Die nach Nikola Đurković benannte Uferstraße ist Risans Promenade im weitesten Sinne: eine Reihe von Steinhäusern, einige davon Wohnhäuser aus der Zwischenkriegszeit, vor einem Wasser, das keine fünfundzwanzig Meter von der Haustür entfernt ans Ufer schlägt. Promenadenarchitektur gibt es hier nicht und eine Barmeile ebenso wenig. Stattdessen läuft das gewöhnliche Abendgeschäft einer montenegrinischen Kleinstadt ab – Nachbarn auf einem gemächlichen Spaziergang, ein Kaffee, der eine Stunde dauert, Boote, die für die Nacht festgemacht werden.
Geografisch ist die Lage praktisch. Risan liegt etwa auf halbem Weg zwischen Budva und Dubrovnik, Tagesausflüge führen also in beide Richtungen: nach Süden an Perast und Kotor vorbei zur Riviera von Budva, nach Norden durch Herceg Novi und über die Grenze an die kroatische Küste. Perast und seine beiden Inselchen sind der nächstgelegene Ausflug – und einer, den man zweimal machen sollte, einmal über die Straße und einmal mit dem Boot. Kotors Altstadt, deren Mauern die Felswand hinauf zur Festung des heiligen Ivan ziehen, ist eine kurze Fahrt am inneren Ufer entlang und die naheliegende Wahl für einen langen Abend. Näher am Quartier füllen die römischen Mosaike am Ortsrand von Risan und die Uferstraße Richtung Ljuta, wo kalte Flussquellen in die Bucht münden, einen gemächlichen Vormittag zu Fuß oder mit dem Rad, ganz ohne Auto.
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