Zweihundert Meter von hier steht das Institut Dr Simo Milošević, der Grund, warum es Igalo in seiner heutigen Form gibt. Seit den 1950er-Jahren zieht es Patienten aus ganz Europa an, für Behandlungen, die auf drei örtlichen Materialien beruhen: dem Mineralschlamm der Bucht, der Thermalquelle Igaljka und dem Meer selbst. Das verleiht diesem Viertel einen für die montenegrinische Küste ungewöhnlichen Rhythmus. Becken, Therapiehallen und der Park des Instituts sind auch im November und Februar in Betrieb, weshalb Bäckereien, Apotheken und Cafés ringsum das ganze Jahr über normale Öffnungszeiten halten, statt nach dem Sommer zu schließen.
Die Küste liegt etwa 350 Meter den Hang hinunter, und die Adria-Magistrale verläuft direkt darüber, was die Gegend ebenso leicht zu verlassen wie zu bewohnen macht. Nach Westen führt die Straße durch die Sutorina zur kroatischen Grenze und weiter nach Konavle; nach Osten schwingt sie um die Boka Richtung Kotor, wobei die Fähre in Kamenari die Fahrt verkürzt. Dazwischen bietet die Uferpromenade dieselbe Strecke im Gehtempo und endet unter den Festungen von Herceg Novi. Die Abende verbringt man hier meist draußen, auf einer Terrasse, während die Bucht glatt wird und drüben über dem Wasser die Lichter von Prevlaka auftauchen.
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