
Die Straße Radoša Maškovića führt mitten durch den bebauten Kern von Kolašin, einer Stadt, die kleiner ist, als ihr Ruf vermuten lässt — in einer Viertelstunde hat man sie zu Fuß durchquert. In diesem Radius liegen der Hauptplatz, der Markt, auf dem Erzeuger aus dem Hochland Käse, kajmak, Honig und Trockenfleisch verkaufen, eine Handvoll Konobas mit Forelle und Lamm sowie der Bus- und der Bahnhof an der Strecke Belgrad–Bar, die durch den Morača-Canyon ansteigt und zu den landschaftlich schönsten Bahnstrecken Europas zählt. Kolašin wurde 1652 als osmanischer Posten an der Karawanenstraße von Podgorica nach Bijelo Polje gegründet, und Spuren seiner Festung liegen noch heute am Rand des alten Kerns.
Vom Zentrum aus sind beide Skigebiete kurze Autofahrten entfernt: Kolašin 1450 an der Flanke der Bjelasica und das neuere, per Gondel erschlossene Kolašin 1600 weiter oben am selben Berg. Im Sommer verlagert sich der Schwerpunkt in den Nationalpark Biogradska Gora, eine halbe Stunde nordöstlich, wo ein Rundweg am See unter uralten Buchen verläuft und die Pfade weiter auf den Kamm der Bjelasica führen. Der Tara-Canyon, einer der tiefsten Flusscanyons der Welt und UNESCO-geschützt, ist der klassische Tagesausflug, und das 1252 gegründete Kloster Morača liegt südlich an der Schluchtstraße, seine mittelalterlichen Fresken unversehrt.
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