
Polje liegt gleich außerhalb des bebauten Teils von Kolašin, auf jenem flachen Talboden, den sein Name beschreibt: Feld. Das ist eher Bauern- als Ferienland — Heuwiesen, die zweimal im Sommer gemäht werden, kleine Scheunen, für den Winter gestapeltes Holz und im Osten der Klotz der Bjelasica. Der Talboden fängt das Morgenlicht früh ein und hält den Schnee bis weit in den Frühling, und das Wandern beginnt am Wiesenrand statt nach einer Autofahrt.
Kolašin selbst ist nicht weit und bei vernünftigem Wetter mit dem Auto oder zu Fuß leicht zu erreichen. Der Ort ist kompakt: ein Platz, ein Markt mit Käse, kajmak und Honig aus den umliegenden Katuns, ein Museum, Skiverleihe und der Bahnhof an der Strecke Belgrad–Bar, die spektakulär durch den Morača-Canyon ansteigt. Der Winter dreht sich um die beiden Skizentren an der Bjelasica, Kolašin 1450 und das neuere, per Gondel erschlossene Kolašin 1600. Ab dem späten Frühjahr verschiebt sich die Aufmerksamkeit zum Nationalpark Biogradska Gora, eine halbe Stunde nordöstlich, wo ein Rundweg durch Urwald um einen Gletschersee führt, und weiter nördlich zum Tara-Canyon, wo den Sommer über täglich Raftingtouren starten. Die hiesigen Küchen bleiben bei Forelle, Lamm und Maisgrieß — und fahren gut damit.
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