
Achthundert Meter außerhalb von Kolašin an der Straße nach Mateševo hebt sich das Gelände gerade so weit, dass sich der Blick zum Tal der Tara und zu den Kämmen dahinter öffnet. Der Ort unten ist kompakt und unprätentiös: ein paar Plätze, verstreut die alten Holz- und Steinhäuser, wie sie der Norden Montenegros baut, Cafés, in denen die Skilehrer die Zwischensaison aussitzen, und ein kleiner Markt mit dem, was die umliegenden Dörfer erzeugen: Schafskäse, Kajmak, Honig, Himbeeren, Heidelbeersaft und Trockenfleisch.
Was die Leute herzieht, ist alles, was innerhalb einer Stunde liegt. Die beiden Skizentren Kolašin 1450 und Kolašin 1600 an der Flanke der Bjelasica laufen etwa von Dezember bis März und wechseln im Sommer zu Wandern und Mountainbiken. Nach Süden folgt die Straße dem Morača-Canyon in einer Abfolge von Tunneln und Felsabbrüchen bis zum Kloster Morača aus dem 13. Jahrhundert, dessen Fresken zu den besterhaltenen des Landes gehören. Nach Norden öffnet sich der Tara-Canyon zum Raften, dahinter stehen die Gipfel des Durmitor. Noch näher schützt Biogradska Gora einen der letzten Urwaldbestände Europas rund um einen dunklen Gletschersee. Kolašin liegt über 900 Meter hoch, die Abende bleiben also selbst im August kühl.
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