
Ein halber Kilometer Uferstraße ist alles, was diesen Teil von Dobrota von den Toren der Altstadt Kotors trennt, mit dem Meer wenige Dutzend Meter in die andere Richtung. Das ergibt eine ungewöhnlich praktische Basis. Der Grünmarkt vor dem Seetor verkauft morgens Feigen, Käse und pršut; die Bäckereien öffnen früh; und der zentrale Busbahnhof, mit Verbindungen die Küste hinunter nach Budva und Ulcinj und landeinwärts nach Cetinje und Podgorica, liegt am Rand desselben Viertels. Kotors Marina und der Kai, an dem die Ausflugsboote festmachen, sind ebenso kurz zu Fuß erreichbar.
Den Rest erledigt die Bucht. Der Vrmac steigt gegenüber direkt aus dem Wasser auf, sodass sich das Licht den ganzen Tag verschiebt und die Sonne früher hinter dem Grat verschwindet, als die Uhrzeit vermuten lässt — deshalb beginnt das Abendleben hier spät und zieht sich hin. Geschwommen wird von den Stein- und Betonkanten am Uferweg, mit Leitern in tiefes Wasser. Im Sommer füllt sich Kotor mit Festivals: Open-Air-Konzerte auf den Plätzen, das seit Langem etablierte Sommerkunstprogramm der Stadt und im August die Nacht von Boka mit ihrer Parade geschmückter Boote. Der Winter ist ruhiger und weit grüner, denn die Boka ist eine der niederschlagsreichsten Ecken Europas, und die Hänge bleiben das ganze Jahr dicht bewachsen.
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