
Die Kriva ulica biegt sich am Ufer von Dobrota entlang, auf der einen Seite die Bucht, auf der anderen die fast senkrecht aufsteigende Bergwand. Diese Geografie prägt den Tag mehr als jeder Zeitplan: Die Sonne kommt spät über den Grat, das Wasser davor bleibt flach, bis der Nachmittagswind auffrischt, und gegen Abend nehmen die Hänge gegenüber die Farbe trockenen Grases an, bevor der Schatten die Bucht überquert. Geschwommen wird direkt von der Steinkante in tiefes, kaltes, durchsichtiges Wasser, ohne Sand und ohne Flachwasser zum Hineinwaten.
Die Berge sind ebenso sehr der Anziehungspunkt wie das Meer. Die Festungsmauern über Kotor gehen in den alten Saumpfad Leiter von Kotor über, der im Zickzack zum Pass Krštac und zu den Dörfern auf dem Plateau hinaufführt — ein harter Vormittagsmarsch, belohnt mit der ganzen Bucht zu Füßen. Der Nationalpark Lovćen und das Mausoleum von Njegoš liegen eine kurze Fahrt dahinter, und der Vrmac-Kamm auf der anderen Seite des Wassers trägt einen leichteren Weg entlang verlassener österreichisch-ungarischer Befestigungen. Will man stattdessen in die Stadt, sind Kotors Mauern wenige Minuten die Uferstraße hinunter entfernt, und Perast mit seinen Inselkirchen liegt in der anderen Richtung ebenso weit.
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