
Die niedrigen Hausnummern von Dobrota gehören zu seinem Südende, dem Teil, der Kotor am nächsten liegt und wo das Dorf beinahe direkt in die Stadt übergeht. Von hier sind die mittelalterlichen Mauern ein paar Minuten am Wasser entlang statt eine Expedition, was einen Aufenthalt verändert: Man kann auf einen Kaffee hineingehen, zum Schwimmen zurückkommen und nach Einbruch der Dunkelheit noch einmal hinein, wenn sich die Plätze füllen und über den Dächern die Festungsbeleuchtung angeht.
Die Jahreszeiten der Boka sollte man kennen. Juli und August sind heiß, voll und laut von ankommenden Kreuzfahrtschiffen; Mai, Juni und September bringen warmes Meer, leere Morgenpromenaden und Platz in den Restaurants. Der Winter ist grün und nass — dies ist eine der regenreichsten Ecken Europas, weshalb die Hänge so dicht bewaldet sind und die Kamelien in den Buchtdörfern schon im Februar blühen. In welchem Monat auch immer: Der Uferweg nach Norden ist stets dasselbe verlässliche Vergnügen — kilometerweit Steinhäuser, Kapellen und kleine Stege, mit einem Zugang zum Wasser alle hundert Meter. Kotors Kai gleich südlich schickt die ganze Saison über Boote nach Perast und zu Maria vom Felsen.
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