
Lepetane liegt an der Enge von Verige, dort wo sich die Bucht von Kotor auf wenige hundert Meter verjüngt, bevor sie sich wieder in die inneren Becken öffnet. Einst spannte man Ketten über diesen Kanal, um die Bucht vor Angreifern zu verschließen; heute besteht der Verkehr aus einer Fähre, die alle paar Minuten nach Kamenari pendelt, für Fußgänger kostenlos und der Grund, warum das Dorf angebunden wirkt, ohne betriebsam zu sein. Die Siedlung selbst ist eine einzige Häuserzeile am Wasser, mit einer kleinen Kirche, ein paar Läden und den Fährrampen als Hintergrundgeräusch.
Was man hier bekommt, ist die Bucht auf Augenhöhe. Das Ufer besteht aus Stein und Beton statt aus Sand, das Wasser ist tief und klar genug, um direkt von der Kante hineinzuspringen, und das Abendlicht wandert langsam über die gegenüberliegenden Hänge von Vrmac und Orjen. Geht man die Küstenstraße Richtung Donja Lastva und Tivat, kommt man an Mandraći vorbei, jenen kleinen ummauerten Bootshäfen, die Familien der Boka seit Generationen unterhalten. Kotors Altstadt ist rund zwölf Kilometer am Ufer entlang entfernt, Tivat und sein Flughafen fünf bis sechs, und die Fähre verkürzt die Fahrt nach Herceg Novi und zur Adriamagistrale auf etwa eine Viertelstunde.
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