Zehn Meter Garten trennen diesen Teil von Stoliv vom Wasser, und Gärten sind das, was das Dorf am besten kann. Diese Hänge werden seit Jahrhunderten terrassiert und bepflanzt: zuerst Oliven, dann Feigen, Granatäpfel und jene Kamelien, die die Kapitäne der Boka aus dem Fernen Osten mitgebracht haben sollen und die heute in fast jedem Hof am Ufer wachsen. Die Kamelienfeste, die jedes Frühjahr in der Bucht begangen werden, gehen genau auf diese Tradition zurück; am schönsten blühen die Sträucher im März und April, lange vor der Badesaison.
Das Meer vor dem Dorf ist tief, geschützt und ruhig, man steigt über Steinstufen hinein statt über Sand; eine Taucherbrille nützt hier mehr als ein Strandtuch. Kotor liegt etwa fünf Kilometer die Küstenstraße hinunter, nah genug, dass ein Abendessen innerhalb der Mauern ein müheloser Abend ist und der Morgenmarkt – Fisch, Käse, Pršut und was gerade an Obst Saison hat – für den Einkauf nur eine kurze Fahrt bedeutet. Perast liegt fast genau gegenüber auf der anderen Seite der Meerenge, und das Licht auf seinen Glockentürmen bei Sonnenuntergang ist die Aussicht dieser Seite der Bucht. Für einen längeren Tag setzt die Fähre bei Lepetane nach Kamenari über und öffnet den Weg nach Herceg Novi und auf die Halbinsel dahinter.
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