
Bijela erstreckt sich am äußeren Arm der Bucht von Kotor, dort wo sich der Kanal so weit öffnet, dass sich das Wasser eher nach offenem Meer als nach Fjord anfühlt. Das Dorf wuchs um seine Werft, eine der ältesten der Adria, und diese Arbeitsgeschichte gibt bis heute den Ton an: Die Menschen leben hier ganzjährig, statt im Oktober alles zu schließen. Die Uferzone ist eine niedrige, begehbare Linie aus Beton und Kies, unterbrochen von Caféterrassen, einer Bäckerei, einem kleinen Markt und familiengeführten Restaurants, in denen der Fisch auf der Tafel das ist, was am Morgen hereinkam. Direkt gegenüber steigt der bewaldete Rücken des Vrmac aus dem Wasser, und das Abendlicht auf ihm ist der Grund, warum die meisten Gäste am Ende draußen essen.
Schwimmen ist hier das Hauptgeschäft des Tages. Die Bucht ist geschützt, die Einstiege sind sanft, und das Meer bleibt von Ende Mai bis weit in den Oktober angenehm, was es auch zu nachsichtigem Wasser für einen ersten Versuch auf dem Board oder hinter einem Boot macht. Im Sommer arbeiten Ausflugsboote das Ufer ab und fahren hinaus Richtung offener Mündung der Bucht und zu den Stränden auf der Luštica-Seite. Auf der Straße liegen Herceg Novi mit seiner langen Uferpromenade in der einen Richtung, Kotors ummauerte Altstadt und Perasts barocke Uferzeile in der anderen, beide nah genug für einen Nachmittag und leicht wieder zu verlassen, wenn sich die Menge in der Dämmerung lichtet.
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