
Hundert Meter über dem Wasser am Hang von Prčanj ist für diese Bucht ungefähr die richtige Höhe: hoch genug, um ihren ganzen Schwung aufzunehmen, von der Enge bei Verige bis zu der Stelle, an der Kotors Befestigungen den grauen Fels hinaufziehen, und niedrig genug, dass das Meer ein Abstieg über Steinstufen durch Oliven- und Feigenterrassen ist. Der Verkehr auf der Uferstraße darunter ist ein fernes Geräusch. Stattdessen hört man Kirchenglocken über dem Wasser und sieht Schiffe, die langsam im Kanal drehen.
Prčanj selbst ist ein langes, stilles Uferdorf aus Kapitänshäusern mit Badeleitern, einer Handvoll Konobas und einer überdimensionierten Hangkirche, deren Bau über ein Jahrhundert dauerte. Kotors Altstadt ist eine Viertelstunde am Ufer entlang, und den mittelalterlichen Kern — Kathedrale, Museen, die Treppen zur Festung — geht man am besten früh oder spät. Hinter dem Kamm liegt Tivat mit dem Flughafen und den Yachtkais von Porto Montenegro, und bei Lepetane quert eine Fähre in wenigen Minuten die Enge und verkürzt die Fahrt nach Herceg Novi und zu den Stränden am offenen Meer. Außerhalb der Saison ist der Hang nahezu lautlos, und dann ist diese Seite der Bucht am schönsten.
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