
Gornji Pazanj ist ein Hangviertel etwa einen Kilometer oberhalb des Zentrums von Kolašin, wo die Häuser in großen eingezäunten Höfen mit Gemüsebeeten und Obstbäumen stehen und die Straßenlaternen früh aufhören. Der Weg hinunter in den Ort dauert fünfzehn bis zwanzig Minuten, ein Taxi kostet ein paar Euro, die Entfernung ist also nominell — aber sie genügt, um den Charakter vollständig zu ändern: kein Verkehrslärm, Bergblick über die Dächer und Gärten, die genau jenes Gemüse, jene Eier und jenes Eingemachte hervorbringen, das hier auf dem Frühstückstisch landet.
Unten im Zentrum liegt das Wesentliche in wenigen Straßen beieinander — Markt, Bäckereien, Skiverleih, Bus- und Bahnhof sowie Konobas mit den Hochlandklassikern Forelle, Lamm und kačamak. Im Winter zieht es alle hinauf auf die Bjelasica, wo Kolašin 1450 durch den Wald führt und das neuere Kolašin 1600 das höhere Gelände per Gondel erschließt. Ist der Schnee weg, wird derselbe Berg zum Wander- und Radrevier, mit markierten Wegen in Richtung Nationalpark Biogradska Gora und seines Gletschersees. Die Raftingsaison im Tara-Canyon beginnt im Frühjahr, und das Kloster Morača liegt südlich an der Schluchtstraße, seine Kirche aus dem 13. Jahrhundert noch immer vom Boden bis zur Decke bemalt.
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