
Die Ivana Milutinovića ist eine ganz gewöhnliche Alltagsstraße mitten in Ulcinj, und genau das ist ihr Vorteil: Bäckereien, ein Friseur, ein Metzger und zwei, drei Cafés im selben Block, der Grünmarkt ein paar Schritte weiter, und der Busbahnhof so nah, dass ein Auto nicht zwingend nötig ist. Hier lebt die Stadt auch außerhalb der Saison — Männer beim Kaffee um neun Uhr morgens, Kinder auf Rollern, ab Mittag der Geruch von Burek und Gegrilltem. In den Läden und Grillstuben gelten einheimische Preise, keine Strandpreise.
Alles, weswegen man herkommt, ist zu Fuß oder mit einer sehr kurzen Fahrt erreichbar. Die Mala plaža liegt in ihrer Mulde unterhalb der Altstadt, ein Bogen dunklen Sandes, von Bars gesäumt; die befestigte Stadt darüber ist ein kompaktes Labyrinth aus Gassen, Museumsräumen und Aussichtspunkten über dem Wasser. Nach Süden öffnet sich die Straße zur Velika plaža, dahinter die Lagunen der Saline, in deren Flachwasser sich Flamingos sammeln. Ulcinj ist außerdem der beste Ausgangspunkt für den äußersten Süden des Landes — den Šasko-See unterhalb des Rumija-Kamms, den Fluss Bojana und die stillen Kiesbuchten von Kruče und Utjeha an der Straße nordwärts Richtung Bar. Die Sommernächte sind lang und gutmütig, Frühjahr und Herbst warm und fast menschenleer.
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