
Die Küche von Ulcinj ist ein starkes Argument dafür, gleich in der Nähe der Velika plaža zu wohnen statt von anderswo herzufahren. Die Stadt ist seit Jahrhunderten Fischereihafen, und der Fang kommt nach wie vor täglich an Land: ganz gegrillter Wolfsbarsch und Dorade, nur mit Öl und Zitrone, Buzara mit Muscheln oder Garnelen, kleine frittierte Fische, die man mit den Fingern isst, dazu Aal und Meeräsche aus dem Bojana-Delta wenige Kilometer südlich. Den Rest liefert die Ebene hinter dem Strand — Olivenöl, das nur ein paar Kilometer entfernt gepresst wird, Feigen, Granatäpfel, Lamm und Schafskäse aus den Hügeln im Hinterland.
Der Strand selbst liegt ein paar hundert Meter entfernt hinter den Pinien: zwölf Kilometer dunkler, feiner Sand, Wasser, das flach genug ist, um weit hinauszulaufen, und an den bewirtschafteten Abschnitten Bars und Liegen. Dahinter bilden die Lagunen der alten Saline ein geschütztes Feuchtgebiet, in dem Flamingos, Reiher und Pelikane auf dem Zug Station machen — von der Strandstraße aus zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar. Ada Bojana mit seinen Holzrestaurants über dem Fluss ist eine kurze Fahrt südlich, die befestigte Altstadt, der Hafen und die Mala plaža etwa gleich weit nördlich. Ende Mai und im September ist das Wasser warm, ohne dass der Andrang des August herrscht.
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