
Pinješ ist der Hang auf der Meerseite von Ulcinj, ein Wohnviertel aus Villen und Kiefern zwischen dem Stadtzentrum und der nach Süden führenden Küstenstraße. Zur Mala plaža und zum Hafen ist es ein kurzer, überwiegend abschüssiger Weg, in die andere Richtung eine kurze Fahrt bis dorthin, wo die Velika plaža beginnt — eine praktische Lage, wenn man beide Küstenarten haben will, ohne sich für eine entscheiden zu müssen. Die Straßen sind ruhig, die Luft riecht nach Kiefernharz, und die Hanglage reicht für Meerblick über die Dächer.
Ulcinj erkundet man am besten zu Fuß. Vom Hafen steigen die Gassen in die Altstadt hinauf, zwei Jahrtausende Mauerwerk über dem Wasser, mit Aussichtspunkten, die nach Süden über die gesamte Sandküste bis zur Bojana reichen und an klaren Tagen bis nach Albanien. Unten ist die Abendpromenade das Wohnzimmer der Stadt, von der Dämmerung bis spät in die Nacht belebt. Gegessen wird unkompliziert und gut — frischer Fisch am Hafen, Grills und Bäckereien in der Stadt, zur Saison Muscheln und Aal aus der Flussmündung. Die Saison selbst ist lang: Dies ist der wärmste und sonnigste Winkel Montenegros, das Meer hält seine Temperatur bis in den Oktober, wenn sich die Strände leeren und die Lagunen dahinter mit ziehenden Flamingos und Watvögeln füllen.
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