
Hundert Meter bis zum Sand und etwa ebenso weit bis zur Promenade: In diesem Teil von Ulcinj braucht man kein Auto. Läden, Bäckereien und Grillhäuser liegen im selben Block, die Strandbars sind in Sommernächten zu hören, und der ganze Tagesrhythmus — morgens schwimmen, ausgiebig zu Mittag essen, spät noch spazieren — spielt sich in wenigen Straßen ab.
Das Herzstück ist die Promenade. Ab der Dämmerung füllt sich die Uferzeile mit Familien, die sie von einem Ende zum anderen ablaufen, mit Schlangen vor den Eisdielen und Terrassentischen, an denen noch nach Mitternacht gesessen wird; außerhalb der Saison gehört derselbe Abschnitt den Fischern und den alten Männern beim Kartenspiel. Darüber fangen die Mauern der Altstadt und der Balšić-Turm das letzte Licht ein, und der Aufstieg durch das Tor dauert nur wenige Minuten — für einen der schönsten Ausblicke dieser Küste. Das Essen ist hier eine echte lokale Stärke und keine Touristenkarte: ganz gegrillter Fisch, Muscheln und Aal aus der Bojana, Ćevapi und Burek aus Bäckereien, die nie zu schließen scheinen, dazu albanisch geprägte Süßspeisen und starker Kaffee. Wer den Strand wechseln möchte, erreicht den langen dunklen Sand der Velika plaža und die Salinenlagunen mit ihren Flamingos in kurzer Fahrt südlich, während die Buchten von Kruče und Utjeha nördlich an der Straße nach Bar liegen.
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