Ohne die Velika plaža gäbe es diesen Abschnitt von Ulcinj als Ferienort überhaupt nicht. Der Große Strand zieht sich in einem einzigen ununterbrochenen Bogen über rund zwölf Kilometer feinen, dunklen, mineralreichen Sand — der größte Strand der montenegrinischen Küste und mit Abstand der flachste. Das Wasser erwärmt sich früh und hält seine Temperatur, der Grund fällt so sanft ab, dass Kinder weit hinauslaufen können, und dem Sand selbst wird vor Ort seit Langem eine Heilwirkung nachgesagt — deshalb sieht man auf den ruhigeren Abschnitten Menschen, die sich darin eingraben.
Über seine Länge hinweg zeigt der Strand sehr unterschiedliche Gesichter: bewirtschaftete Abschnitte mit Liegen, Duschen und Bars, lange leere Mittelstücke hinter Dünen und Tamarisken und ein windiger Endabschnitt, an dem ab Mai die Kitesurfschulen ihren Betrieb aufnehmen. Hinter dem Sand erstreckt sich die flache Ebene von Ulcinj landeinwärts an Gemüsegärten vorbei bis zu den Lagunen der alten Saline, einem geschützten Feuchtgebiet, in dem Flamingos und Reiher Nahrung suchen. Ada Bojana an der Südspitze lohnt einen Abend — wegen der Holzrestaurants, die über der Flussströmung stehen, und wegen des Fisches, der direkt darunter aus dem Wasser kommt. Die befestigte Altstadt, der Hafen und die Mala plaža liegen eine kurze Fahrt nördlich, wenn es statt Sand einmal Steingassen und zweitausend Jahre Geschichte sein sollen.
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