
Innerhalb der Mauern des Stari grad von Ulcinj ist die Adresse selbst die Attraktion. Die Festung sitzt auf einer Felsenlandzunge, die seit illyrischer Zeit befestigt und nacheinander von Byzantinern, Venezianern und Osmanen umgebaut wurde; fünf Gehminuten führen an Zisternen vorbei, an einem venezianischen Palast, am Balšić-Turm und an einem Museum, das in einer später zur Moschee gewordenen Kirche untergebracht ist. Autos bleiben am Tor stehen; dahinter gibt es nur steinerne Gassen, Treppen und kleine Terrassen, unter denen das Meer plötzlich hundert Meter tiefer liegt.
Der Platz, der einst als Sklavenmarkt diente, hält die örtliche Erinnerung fest — im 17. Jahrhundert war dies ein Korsarenhafen, und die meisterzählte Legende Ulcinjs verortet einen gefangenen Cervantes irgendwo hinter diesen Mauern. Unterhalb der Nordseite schwingt sich Mala plaža in dunklem Sand davon, wenige Minuten die Rampe hinunter. Wenn der Strand voll wird, weichen Einheimische auf die Felsplatten unter den Wehrmauern aus. Die Abende sind der eigentliche Grund, hier oben zu wohnen: Sind die Tagesgäste fort, leeren sich die Gassen, die Restaurants decken die Tische an den Brüstungen, und das Licht färbt sich kupfern über dem Wasser bis zu den albanischen Bergen.
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