
Die südlichste Stadt Montenegros ist zugleich die eigenwilligste. Ulcinj ist seit weit über zweitausend Jahren besiedelt, und die befestigte Altstadt auf der Landzunge zeigt die ganze Abfolge an einem Ort: antike Fundamente, venezianisches Mauerwerk, osmanische Minarette und Gassen, in denen heute Museen, kleine Galerien und Restaurants liegen. Unterhalb der Mauern schwingt sich die Mala plaža als enge Mulde aus dunklem Sand, im Rücken eine Reihe von Bars, und auf der Promenade darüber versammelt sich abends die Stadt.
Südlich des Zentrums ändert sich die Küste vollständig. Die Velika plaža erstreckt sich über rund zwölf Kilometer flachen, feinen Sand, das Wasser bleibt so seicht, dass man weit hinauslaufen kann, und dahinter liegen die Lagunen der alten Saline — ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, in dem Flamingos, Pelikane und Hunderte weiterer Arten auf dem Zug Station machen. Weiter südlich teilt sich die Bojana um Ada Bojana, eine Insel aus Kiefern und Sand, bekannt für hölzerne Restaurants über dem Wasser und für einige der besten Kitesurf-Bedingungen der Adria. Im Hinterland bieten sich der Šasko-See und die Oliventerrassen um Valdanos für unkomplizierte Halbtagesausflüge an. Ulcinj ist außerdem der wärmste Teil des Landes: Die Badesaison reicht von Mai bis in den Oktober, und auch die Nebensaison bleibt mild genug für lange Tage im Freien.
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