Das Zentrum von Ulcinj bringt auf wenigen hundert Metern erstaunlich viel unter. Die Hauptstraße führt zum Meer hinunter, und an ihrem Ende liegt Mala plaža in einer engen Mulde aus dunklem Sand, ringsum gestaffelte Bars und Terrassen — rund fünfhundert Meter von der Stadtmitte entfernt und der Grund, warum sich das Zentrum jeden Nachmittag Richtung Wasser leert. Über dem Strand erhebt sich die befestigte Altstadt auf ihrem Felsen; hinter ihren Mauern finden sich Museen, kleine Hotels, eine zur Moschee umgebaute Kirche und Aussichtspunkte, die die gesamte Südküste überblicken.
Die Stadt hat einen ganz eigenen Charakter: überwiegend albanischsprachig, in ihrer Geschichte abwechselnd venezianisch und osmanisch geprägt und nach Einbruch der Dunkelheit lebhafter als jeder vergleichbare Ort an dieser Küste. Die Cafés gehen vom Morgenkaffee ohne erkennbaren Bruch in nächtliche Musik über, und die Fischlokale rund um den Hafen kochen, was am selben Tag angelandet wurde. Alles Praktische liegt nah beieinander — Markt, Busbahnhof, Banken und Bäckereien im selben Straßenkarree —, was den Ort zu einem guten Standquartier macht, wenn man auf das Auto verzichten möchte. Wer doch fährt, erreicht Velika plaža mit den flamingoreichen Lagunen der alten Salinen wenige Minuten südlich, Ada Bojana und die Flussrestaurants etwas weiter, und die Buchten von Kruče und Utjeha liegen nördlich an der Straße nach Bar.
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