
Dreiunddreißig Menschen leben in Njeguši. Das Feld ringsum gab Montenegro seine Dynastie und seinen geschützten Schinken — fünfundzwanzig Kehren über der Bucht von Kotor.
Njeguši ist ein Bergdorf zwischen dem Berg Lovćen und der Bucht von Kotor und gilt als Geburtsort der Petrović-Njegoš-Dynastie, die Montenegro jahrhundertelang regierte. Das Dorf ist ebenso berühmt für seine kulinarischen Traditionen und produziert den besten geräucherten Schinken Montenegros (njeguški pršut) und handgemachten Käse, der in der Bergluft gereift wird. Besucher kommen auf der historischen Straße zwischen Kotor und Cetinje vorbei und machen Halt, um an familiengeführten Ständen am Straßenrand lokale Köstlichkeiten zu probieren und dabei einen atemberaubenden Blick über die darunter liegende Bucht zu genießen.
Das Feld, Weiler für Weiler
Einwohner nach Ortschaften im Njeguško polje, Zensus 2023
Zweihundertvierzehn Menschen in den fünf Weilern, für die noch eine Zahl veröffentlicht wird. Dugi Do ist mit „z“ markiert — das Gesetz unterdrückt jede Zahl unter zehn —, und Majstori und Žanjev Do sind ganz ohne Einwohner verzeichnet. 1927 zählte der Stamm 450 Haushalte.
Wer Montenegro besucht
Anteil der Übernachtungen ausländischer Gäste, 2025
MONSTAT · 2025
Volkszählung, Gemeinde Njeguši
Njeguši ist eine Ortschaft auf einem Feld, das einst der Stamm füllte: 450 Haushalte im Jahr 1927, verteilt auf die Dörfer des Polje und die Weiler darüber und darunter. Wo sechs Haushalte ein Dorf ausmachen, springt die Linie — 17 Menschen im Jahr 2003, 35 im Jahr 2011, 33 im Jahr 2023.
Was sich hier in fünf Jahrhunderten änderte, war nur, welche der Familien des Feldes das Land führte. Die Breiten sind maßstabsgetreu: Die Petrović-Vladikas aus Njeguši regierten Montenegro 155 Jahre lang.
sr.wikipedia (Stamm der Njeguši; Straße Cetinje–Njeguši–Kotor) · en.wikipedia (Petrović-Njegoš dynasty, Principality of Montenegro, Lovćen).
Fünfundzwanzig Kehren
Die Straße von Kotor: vom Meer bis zum Sattel Krstac, dann hinunter aufs Feld
Josip Šilović Slade, ein Ingenieur aus Trogir, legte zwischen 1878 und 1884 die erste Fahrstraße Montenegros an: 36,3 km von Kotor nach Cetinje, höchstens fünf Meter breit, von einem Meter auf fast tausend in fünfundzwanzig 180º-Kehren, keine steiler als 8 %. Profil nach SRTM 30 m an 21 gleichmäßig verteilten Punkten entlang der 20,9 km bis Njeguši, dazu der Sattel Krstac auf 944 m.
Ein Tag an der Straße
Njeguši lebt im Takt der Straße von Kotor — laut der Verordnung 2026 sind die Serpentinen vom 25. Mai bis 15. Oktober jeweils nur in einer Richtung befahrbar
Unterdessen, im Jahr 1813
Njeguši, 13. November 1813: Radivoje „Rade“ Petrović wird in Erakovići geboren, in dem Haus, das sein Onkel Petar I. 1779 gebaut hatte — das mittlere der fünf Kinder von Tomo Petrović und Ivana Proroković, die Mutter aus Mali Zalaz am Nordrand des Feldes. Mit zwölf bringen ihm die Mönche in Cetinje Lesen und Schreiben bei; mit sechzehn ist er Fürstbischof von Montenegro; mit siebenunddreißig ist er tot und hat den „Gorski vijenac“ geschrieben.
The Boka — im selben Jahr erklärt Petar I., der regierende Vladika und ebenfalls in Njeguši geboren, die Vereinigung der Bucht von Kotor mit Montenegro. 1815 hat das Kaisertum Österreich die Bucht Dalmatien einverleibt, und bis 1884 verbindet keine Fahrstraße das Feld mit ihr.
Leipzig, 16.–19. Oktober 1813: Rund 560.000 Soldaten treffen in der Völkerschlacht aufeinander, der größten Schlacht der Napoleonischen Kriege, und Napoleon verliert Deutschland.
London, 28. Januar 1813: T. Egerton aus Whitehall veröffentlicht „Pride and Prejudice“ in drei Bänden.
“An Weihnachten war das Feiern hier zügellos. Die Würste über einem schwachen Herdfeuer landeten in den Flammen; im nächsten Haus wurden Geschirr, Bänke und ein Fenster zerschlagen, und niemand war betrunken. Schüsseln, Seife und Kuchen wurden fortgetragen, gegessen oder ärmeren Häusern geschenkt — und niemand war böse oder trug den Schaden nach, denn man glaubte, Gott werde ihn vergelten.”
Pavle Rovinski, russischer Ethnograf Montenegros
Übersetzt aus der Zusammenfassung von Rovinskis Bericht über Weihnachten in Njeguši im serbischen Wikipedia-Artikel zur Ortschaft, der Ровински (1998), S. 126, zitiert.
“Njeguši, von Njeguš — dem Personennamen, gleichen Stammes wie Njegomir und Njegoslav.”
Konstantin Jireček, Historiker des mittelalterlichen Balkans
Jirečeks Herleitung, gegenübergestellt der älteren Deutung von Ilija Ruvarac, der den Namen auf einen Gründer namens Njeguš zurückführte, der in einer lateinischen Urkunde um das Jahr 1000 als Negusius Podcupica erscheint. Beide nennt die serbische Wikipedia in ihrer Darstellung des Stammes.
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Njeguši ist ein Dorf auf der Lovćen-Hochebene auf etwa 900 m, an der alten Straße zwischen Kotor und Cetinje. Von der Bucht sind es rund 45 Minuten über die Serpentinen, mitten im Nationalpark Lovćen; es besteht aus einigen Steinweilern rund um ein grünes Karstfeld.
Aus zwei Gründen: Es ist das Stammdorf der Dynastie Petrović Njegoš, die Montenegro regierte, und es gibt dem bekanntesten Rohschinken des Landes den Namen. Petar II. Petrović Njegoš, Fürstbischof und Dichter, wurde hier 1813 geboren.
Schinken, gesalzen, über Buchenholz geräuchert und dann im Luftzug der Hochebene getrocknet — dem Zusammenspiel von Meeres- und Bergluft wird der Geschmack zugeschrieben. Serviert wird er hauchdünn, meist mit dem örtlichen Käse in Öl und einem Glas Rakija.
Ja. Das Familienhaus im Dorf ist als kleines Museum geöffnet, mit zeitgenössisch eingerichteten Räumen und Objekten zur Dynastie. Es ist bescheiden — und genau das ist der Punkt: Es zeigt, wie schlicht die Herrscher Montenegros tatsächlich lebten.
Die Straße von Kotor ist ebenso Attraktion wie das Dorf — fünfundzwanzig Kehren, mit der Bucht, die sich in jeder Wende darunter öffnet. Sie ist schmal und langsam und wird am besten bergauf von Kotor befahren, so läuft auch der meiste Verkehr.
Ein bis zwei Stunden. Essen, das Haus ansehen, hinaus ins Feld gehen, dann weiter nach Cetinje oder hinauf zum Njegoš-Mausoleum. Die meisten verbinden es mit dem Lovćen zu einem Tagesausflug von der Küste.
Nein — der nächste ist der Flughafen Tivat (TIV), 23 km über die Straße.
9,8 km über die Straße, etwa 16 Min. mit dem Auto.
Das britische Außenministerium (FCDO) rät nicht von Reisen nach Montenegro ab; zuletzt geprüft wurde die Empfehlung am 13. August 2026. Das ist seine Einschätzung des ganzen Landes, nicht unsere und kein Urteil über Njeguši — lesen Sie sie vor der Reise selbst. Der Notruf in Montenegro ist 112.
Der Teller der Region
Montenegro hat den Namen 2016 eingetragen, und die Eintragung ist ein Rezept: eine Schweinekeule mit Knochen, Schwarte und dem Fett darunter, trocken mit Meersalz gesalzen, über langsam glimmendem trockenem Buchenholz geräuchert, dann mindestens neun Monate getrocknet und gereift. Der geschützte Name gehört nur Schinken aus dem Gebiet von Njeguši — den Dörfern des Polje, den beiden Zalazi, Žanjev Do, Mirac, Majstori und den Weilern bis hinauf zum Krstac. „Bergschinken“ auf einer Speisekarte ist eine Beschreibung, keine Herkunftsbezeichnung.
Wo Die Familien-Konobas entlang der alten Straße nach Kotor, auf dem Feld selbst
Die nächstgelegenen Orte um Njeguši, an ihrer tatsächlichen Position – Rijeka Crnojevića liegt Luftlinie etwa 17 km entfernt.
Schematisch. Lagen und Entfernungen sind Luftlinie, berechnet aus den Koordinaten, die wir für jeden Ort haben; Bergstraßen machen die Fahrt länger. Die dicke Linie ist die Küste, wo sie durch diesen Ausschnitt verläuft. Küstenlinie und Skadarsee © OpenStreetMap contributors.
Njeguši in Zahlen
Zensus 2023, Ortschaft Njeguši — 61 Menschen lebten hier im Jahr 1948
die Njeguši in den venezianischen Archiven, mit einer Stärke von 400 Häusern
der Boden des Njeguško polje, am Dorf gemessen nach SRTM
Tivat (TIV) auf der Straße, eine halbe Stunde bergab — Podgorica (TGD) liegt 55 km entfernt
Nationalpark Lovćen, 62,2 km² — das Dorf liegt darin
MONSTAT, Broj stanovnika po naseljima, Popis 2023 · sr.wikipedia (Njeguši; Stamm der Njeguši) · en.wikipedia (Lovćen) · Straßenentfernungen gemessen auf OpenStreetMap-Daten, Höhen nach SRTM 30 m
Ein paar Stunden
Zwei Stunden, und das meiste davon ist die Fahrt — genau darum geht es.
Ein ganzer Tag
Die klassische Überquerung des Berges — von der Küste zur alten Hauptstadt, mit Njeguši als Angelpunkt.
Njeguško polje
Ideal für Aufwachen auf dem Feld selbst — Erakovići (93 Einwohner) und Raičevići (52) sind die beiden Weiler mit noch mehr als fünfzig Menschen, und beide liegen im geschützten Pršut-Gebiet
Nationalpark Lovćen
Ideal für die parkeigenen Bungalows und Zeltplätze innerhalb der Grenze, laut Preisliste €30 und €3 pro Tag
Cetinje, 21 km östlich
Ideal für die alte Königshauptstadt — Hotels, Museen und Abendessen, eine halbe Stunde über die 2018 erneuerte Straße
Kotor, 21 km bergab
Ideal für die Bucht und das Meer, mit dem ganzen Aufstieg noch vor Ihnen am Morgen
Beste Reisezeit: April · Mai · Oktober
| Ort | Straße | Fahrzeit |
|---|---|---|
| Cetinje | 9,8 km | ca. 16 Min. |
| Čevo | 14,9 km | ca. 17 Min. |
| Lovćen | 20,9 km | ca. 28 Min. |
| Rijeka Crnojevića | 27,3 km | ca. 35 Min. |
| Kotor | 28,4 km | ca. 41 Min. |
| Budva | 38,5 km | ca. 50 Min. |
| Podgorica | 45 km | ca. 53 Min. |
Straßenentfernungen über OpenStreetMap-Daten berechnet, © OpenStreetMap contributors. Fahrzeiten gelten bei freier Strecke und berücksichtigen weder Sommerverkehr noch Wartezeit an der Fährrampe.