Bar, Montenegro – umfassender Stadtführer
Überblick
Bar ist eine bedeutende Hafenstadt an der südlichen Adriaküste Montenegros; in der Gemeinde leben rund 40.000 Menschen. Sie zählt zu den ältesten durchgehend besiedelten Orten des montenegrinischen Küstenlandes – archäologische Funde reichen bis in die Bronzezeit zurück. In der Antike hieß die Stadt Antibarium (italienisch Antivari); sie liegt am Fuß des Rumija (1.594 m) und erstreckt sich als einzige Stadt über zwei Ufer – das der Adria und das des Skadarsees, des größten Sees des Balkans. Bar ist Montenegros wichtigster Seehafen, Endpunkt der Bahnstrecke Belgrad–Bar und Ausgangspunkt der Fähren nach Italien. Damit ist die Stadt ein unverzichtbarer Verkehrsknotenpunkt und das Tor zur südlichen Küste des Landes.

Touristisch ist Bar weniger erschlossen als Kotor oder Budva, doch die Stadt belohnt ihre Besucher reich: mit einer Geschichte, die von der römischen über die byzantinische, mittelalterlich-serbische und venezianische bis in die osmanische Zeit reicht; mit Stari Bar, einer der größten archäologischen Freilichtstätten Europas; mit dem ältesten Olivenbaum des Kontinents; und mit einer mediterranen Kultur, die der Massentourismus weitgehend unberührt gelassen hat.
1. Geschichte
Antike und römische Ursprünge
Die Gegend um Bar ist seit dem Neolithikum besiedelt. Die erste Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Stari Bar (Alt-Bar) entstand zu Beginn der Bronzezeit. Als früheste bekannte Bewohner gelten die einheimischen illyrischen Stämme, die die kulturelle Identität der Region früh prägten. Nachdem Rom bis an die östliche Adria vorgedrungen war, gründeten die Römer hier eine Siedlung mit dem Namen Antibarium – wörtlich „gegenüber von Bari“, was die Lage auf der anderen Seite der Adria gegenüber der italienischen Stadt Bari beschreibt [1][2].
Jüngste Ausgrabungen in Stari Bar haben Siedlungsschichten freigelegt, die bis 800 v. Chr. zurückreichen – die bekannte Besiedlungsgeschichte der Gegend beginnt damit deutlich früher als bislang angenommen [3].

Byzantinische Zeit und frühes Mittelalter
Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches geriet Antibarium als Teil des Themas Dyrrhachion unter byzantinische Herrschaft. Im 6. Jahrhundert wird die Stadt als wiedererrichtetes römisches Kastell „Antipargal“ erwähnt; der Name „Antibarium“ ist erstmals im 10. Jahrhundert förmlich bezeugt [1].
Das Erzbistum Bar und die mittelalterliche serbische Herrschaft
Zu den bedeutendsten historischen Leistungen Bars gehört seine Rolle als kirchliches Zentrum. Das Erzbistum Bar wurde im 9. Jahrhundert als Bistum gegründet und im Jahr 1089zum vollwertigen Erzbistum erhoben, bestätigt durch Papst Clemens III. Die Erzbischöfe von Bar trugen den ehrenvollen Titel „Primas von Serbien“ (Primas Serbiae) – ein Beleg dafür, welches religiöse Gewicht die Stadt für die gesamte Region besaß [4][5].
Stefan Vojislav gliederte Bar um 1040 seinem Herrschaftsgebiet an; bis 1090 blieb die Stadt im Besitz der Dynastie der Vojislavljević. Danach gehörte sie zum mittelalterlichen serbischen Staat unter den Nemanjiden. Das Erzbistum wurde nach 1140 kurzzeitig aufgehoben, 1199 von den Nemanjiden jedoch wiederhergestellt – eine erneute Bestätigung der Bedeutung Bars als geistliche und administrative Hauptstadt [4][5].
In dieser Zeit entstand in Bar eines der ältesten slawischen Schriftdenkmäler – die „Genealogie von Bar“ (Barski rodoslov / Ljetopis popa Dukljanina), eine mittelalterliche Chronik von großem historischem Wert, die die Herrscher der slawischen Fürstentümer der Region verzeichnet [6].

Venezianische Zeit
Wie weite Teile der Adriaküste stand auch Bar zeitweise unter venezianischer Herrschaft. Die Republik Venedig schätzte die strategische Lage der Stadt am Meer und baute ihre Befestigungen aus. Die Festung Haj-Nehaj bei Sutomore errichteten die Venezianer im 15. Jahrhundert eigens, um ihre Südgrenze gegen die vorrückenden Osmanen zu sichern [7][8].
Osmanische Zeit (1571–1878)
Die Osmanen eroberten Bar im Jahr 1571. Damit begannen mehr als drei Jahrhunderte osmanischer Herrschaft, die das kulturelle und architektonische Gesicht der Stadt tief prägten. Unter osmanischer Verwaltung wurden viele Kirchen zu Moscheen umgebaut, darunter die Kathedrale St. Georg, die als Pulvermagazin diente. Die osmanische Zeit brachte neue Bauformen – Hamams, Basare und Moscheen –, die sich mit den vorhandenen romanischen und byzantinischen Bauten verbanden. So entstand jene unverwechselbare multikulturelle Schichtung, die in den Ruinen von Stari Bar bis heute sichtbar ist [1][9].
Für das römisch-katholische Erzbistum Bar war die osmanische Eroberung verheerend. Die einheimische katholische Bevölkerung wanderte ab, neue ethnische und religiöse Gruppen zogen zu – die katholischen Pfarrstrukturen zerfielen nach und nach. Weil es an katholischen Priestern fehlte, traten ganze Pfarreien zur Orthodoxie über [5].
Die Befreiung von 1878
Nach dem Russisch-Osmanischen Krieg (1877/78) sprach der Berliner Vertrag von 1878 Antivari dem Fürstentum Montenegro zu und beendete damit mehr als 300 Jahre osmanischer Herrschaft. Das war ein Wendepunkt für Bar wie für Montenegro, denn die Stadt wurde zu einem Eckpfeiler des soeben anerkannten unabhängigen montenegrinischen Staates. Fürst Nikola I. begann mit der Modernisierung, 1905 wurde der Bau des modernen Hafens aufgenommen [1][10].
Das Erdbeben von 1979
Am 15. April 1979erschütterte ein verheerendes Erdbeben der Stärke 6,9 die Region; sein Epizentrum lag in der Adria zwischen Bar und Ulcinj. Auf der Mercalli-Intensitätsskala erreichte es den Grad X (extrem) und richtete an der gesamten montenegrinischen Küste katastrophale Schäden an. In Bar war die Zerstörung so groß, dass weite Teile der Stadt vollständig neu errichtet werden mussten [11][12].
Die alte Siedlung Stari Bar, ohnehin im Niedergang begriffen, wurde nach dem Beben ganz aufgegeben. Das Aquädukt, das die Altstadt mit Wasser versorgt hatte, war zerstört, und die verbliebenen Bewohner zogen in die neue Siedlung an der Küste. In Montenegro kamen 101 Menschen ums Leben, in Albanien 35; mehr als 100.000 wurden obdachlos. Einem UNESCO-Bericht von 1984 zufolge wurden in der betroffenen Region 1.487 Kulturgüter beschädigt [11][12].
Paradoxerweise gab gerade diese Zerstörung den Anstoß zum Bau des heutigen Bar – einschließlich der Hafenanlagen, die sich für Montenegros Wirtschaft als lebenswichtig erwiesen haben.
2. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Stari Bar (die Ruinen von Alt-Bar)
Stari Bar ist das Glanzstück des kulturellen Erbes von Bar und eine der größten mittelalterlichen Ausgrabungsstätten des Balkans. Die befestigte Höhensiedlung erstreckt sich über rund 4 Hektar und liegt vier Kilometer vom Meer entfernt am Fuß des Rumija. Erhalten sind die Überreste von etwa 600 öffentlichen und sakralen Bauten– Zeugnisse aus jeder bedeutenden Epoche der mediterranen Zivilisation [3][13][14].
Die Festung wurde zwischen dem 10. und dem 18. Jahrhundert errichtet und erweitert. Zu den wichtigsten Bauwerken zählen:
- Das Haupttor (14.–16. Jahrhundert) – der mächtige Zugang zur befestigten Stadt
- Die Kirche des heiligen Nikolaus (13. Jahrhundert) – einer der besterhaltenen Sakralbauten
- Die Zitadelle Tatarovica (10.–19. Jahrhundert) – die innere Festung mit Militärkapelle
- Der Uhrturm (1753) – mit Zifferblättern auf allen vier Seiten das Wahrzeichen der Stätte
- Die Kathedrale St. Georg (11.–15. Jahrhundert) – ursprünglich romanisch, unter osmanischer Herrschaft zur Moschee umgewandelt und 1881 durch eine Pulverexplosion endgültig zerstört [3][13][14][15]
- Das Aquädukt von Tatarovica – beim Erdbeben von 1979 zerstört
- Byzantinische Stadtmauern aus dem 11. und 12. Jahrhundert – noch immer von dichtem mediterranem Rankenwerk überzogen
Stari Bar steht auf der Tentativliste des UNESCO-Welterbes, und laufende Restaurierungsarbeiten verwandeln die Stätte nach und nach in ein Freilichtmuseum [16]. Der Eintritt ist günstig (in der Regel 2–3 EUR), und für die stimmungsvollen Ruinen sollte man mehrere Stunden einplanen.
Praktischer Tipp: Der Weg vom Parkplatz zum Festungstor führt durch eine reizvolle Gasse mit Restaurants und Läden, die einheimisches Olivenöl, Honig und Kunsthandwerk verkaufen.
Der Palast König Nikolas (Villa Topolica)
Der elegante Palast König Nikolas entstand im Jahr 1885 an der Uferpromenade von Bar, auf den Ruinen der Villa des letzten türkischen Herrn von Bar, Selim-bey Mustafagić. König Nikola I. Petrović-Njegoš – der erste und letzte König Montenegros – schenkte den Palast seiner Tochter, Prinzessin Zorka, und seinem Schwiegersohn, Prinz Petar Karađorđević, dem späteren König Peter I. von Serbien. Petar benannte das Anwesen nach der serbischen Stadt Topola „Villa Topolica“ [17][18].
Zur Anlage gehören der große und der kleine Palastbau, eine Kapelle, Wachhäuser und ein Wintergarten. 1910 kam ein weitläufiger Ballsaal hinzu. Seit 1959dient der Komplex als Stadtmuseum von Barund zeigt Dauerausstellungen zu Archäologie, Geschichte, Ethnologie und Kunst, dazu königliches Mobiliar und Trachten [17][18].
Umgeben ist der Palast von schönen mediterranen Gärten mit üppigen Palmen; er blickt direkt auf den Strand von Topolica und ist damit ein natürlicher Ausgangspunkt für einen Spaziergang am Wasser.
Der alte Olivenbaum von Mirovica (Stara Maslina)
Zu den bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten Bars zählt der alte Olivenbaumim Dorf Mirovica bei Stari Bar. Fachleute der Istanbuler Forstfakultät schätzen sein Alter auf rund 2.247 Jahre, womit er der älteste Olivenbaum Europas und einer der ältesten der Welt ist [19][20][21].
Der Baum hat einen Umfang von 10 Metern und trägt noch immer Früchte. Zweimal hat er in seinem langen Leben Brände überstanden – und liefert dennoch weiterhin Oliven, die geerntet und zu heilkräftigem Olivenöl verarbeitet werden. Der Baum steht seit 1963 gesetzlich als Naturdenkmal unter Schutz und ist Anwärter auf den UNESCO-Welterbestatus [19][20].
Einer örtlichen Legende zufolge kamen verfeindete Familien zu dem Baum, um miteinander Frieden zu schließen. Daher trägt das Dorf Mirovica seinen Namen – die Wurzel „mir“ bedeutet in den südslawischen Sprachen „Frieden“ [20].
Das Gelände ist eingezäunt und gepflegt, der Eintritt kostet wenig (etwa 1 EUR). Ein kleiner Souvenirladen bietet Olivenölprodukte und Andenken an.
Festung Haj-Nehaj
In einer Höhe von 231 Metern über dem Ort Sutomore (Gemeinde Bar) gelegen, Haj-Nehaj ist eine venezianische Befestigung aus dem 15. Jahrhundert, die zur Abwehr der osmanischen Expansion errichtet wurde. Der Name der Festung geht auf eine arabische Wendung zurück, die „Fürchte dich nicht“ bedeutet [7][8].
Innerhalb der Mauern steht die Kirche des heiligen Demetriusaus dem 8. Jahrhundert, die eine Besonderheit aufweist: zwei Altäre – einen orthodoxen und einen katholischen – ein eindrucksvolles Symbol für das religiöse Miteinander, das die Region prägte [7].
Beim Erdbeben von 1979 wurde die Festung schwer beschädigt. Der Aufstieg – rund 30 Minuten durch Kiefernwald auf steilem, steinigem Pfad – belohnt jedoch mit einem atemberaubenden Rundblick über die Bucht von Sutomore und die Bucht von Bar [7][8].
Marina Bar
Die Marina Bar zählt zu den größten und bestausgestatteten Yachthäfen Montenegros. Sie liegt am Eingang zur Adria, 104 Seemeilen von der Straße von Otranto entfernt, und bietet rund 700 versorgte Liegeplätze samt kompletter Werftinfrastruktur: ein 75-Tonnen-Travellift, Elektro- und Maschinenwerkstätten sowie eine Tankstelle [22].
Mit etwa 270 Sonnentagen im Jahr ist die Marina Bar einer der sonnenreichsten Yachthäfen des Mittelmeerraums. Sie dient als beliebter Ausgangspunkt für Yacht- und Segeltörns und für die Erkundung der südlichen Adriaküste Montenegros [22].
Strand Topolica
Der Stadtstrand Topolica ist Bars zentraler Strand und erstreckt sich über etwa 500 Meter von der Marina Bar bis zum Fluss Zeljeznica. Der breite Kiesstrand – stellenweise mit Sand und größeren Steinen – liegt direkt vor dem Palast von König Nikola und gehört zu den am besten erreichbaren und am besten ausgestatteten Stränden von Bar [23].
Die palmengesäumte Promenade dahinter reiht Bars, Restaurants und Cafés aneinander; am Strand selbst gibt es alles von Liegen- und Schirmverleih über Kinderspielplätze bis zu Beachclubs. Er gilt als idealer Familienstrand [23].
Weitere bemerkenswerte Strände der Gemeinde Bar sind Strand Susanj, Canjsowie die kleinen Buchten Richtung Sutomore.
3. Kultur und Veranstaltungen
Die Olivenkultur
Der Olivenanbau ist grundlegend für Bars Identität und Wirtschaft. Vor über 2.000 Jahren legten die Römer die ersten Olivenhaine an den montenegrinischen Küstenhängen an; im 6. Jahrhundert war die Ölgewinnung bereits fester Bestandteil der örtlichen Kultur. Heute führen mehr als 1.700 Erzeuger diese Tradition fort und pflegen rund 10.000 alte Olivenbäume der Sorte Zutica – eine einheimische Sorte, deren Öl für seine goldene Farbe und seine außergewöhnliche Balance zwischen Fruchtigkeit und Schärfe gerühmt wird [24][25].
Die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) hat die Bedeutung der alten Olivenhaine Montenegros gewürdigt, und Erzeuger aus Bar und Ulcinj haben gemeinsam die Olivenölmarke 42N 19Eentwickelt, die das besondere Terroir der Region hervorhebt [24].
Maslinijada (Olivenfest)
Maslinijada (sinngemäß „Tag der Olive“) ist die kulturelle Leitveranstaltung von Bar. Sie findet jährlich im November in der stimmungsvollen Kulisse von Stari Bar statt. Erstmals ausgerichtet 2002, feiert das Fest die Olivenernte mit:
- Verkostung und Verkauf von Oliven, Olivenöl und Spezialitäten
- Ausstellungen von Imkern, Winzern und Heilpflanzenanbauern
- Musik, Volkstanz und traditioneller montenegrinischer Küche
- Feuerwerk über der Bucht
- Schauen historischer Trachten aus der Region Bar [26][27]
Die Maslinijada trägt wesentlich dazu bei, die montenegrinische Olivenanbautradition zu bewahren und bekannt zu machen, die örtliche Wirtschaft zu stützen und den Agrotourismus zu entwickeln.
Barski Ljetopis (Chronik von Bar)
Der Barski Ljetopis ist ein renommiertes Multimedia-Kulturfestival und findet jährlich im Juli und August statt, seit 1988. Veranstaltet vom Kulturzentrum Bar, bietet es ein umfassendes Programm:
- Theateraufführungen in- und ausländischer Ensembles
- Kunstausstellungen und Installationen
- Literaturabende und Lesungen
- Konzerte mit traditioneller und klassischer Musik
- Die Mittelmeer-Buchmesse (seit 2003), das literarische Herzstück des Festivals [6][28]
Die Mittelmeer-Buchmesse passt bestens hierher, denn Bar ist der Entstehungsort der mittelalterlichen „Chronik des Priesters von Dioclea“, eines der ältesten slawischen Literaturdenkmäler.
Multikulturelles Erbe
Bars kulturelles Gefüge spiegelt seine außergewöhnliche Geschichte unter byzantinischer, serbischer, venezianischer und osmanischer Herrschaft. Am deutlichsten zeigt sich diese Schichtung in der Architektur von Stari Bar: Romanische Kirchen stehen neben osmanischen Moscheen, byzantinische Mauern grenzen an venezianische Befestigungen, und die Kirche des heiligen Demetrius in der Festung Haj-Nehaj birgt einen orthodoxen und einen katholischen Altar. Dieses multikulturelle Erbe verleiht Bar unter den Küstenstädten Montenegros einen eigenen Charakter [7][9].
4. Natur und Aktivitäten
Der Berg Rumija
Rumija (1.594 m) erhebt sich unmittelbar hinter Bar und bildet eine dramatische Naturkulisse zwischen Adriaküste und Skadarsee. Der Höhenunterschied zum Meeresspiegel beträgt mehr als 1.500 Meter – einer der spektakulärsten Steilabfälle Montenegros [29].
Die klassische Wander route beginnt in Bar und führt über 9,4 km durch die urigen Dörfer Velembusi und Baltina. Sie gilt als mittelschwer, mit rund 1.200 Metern Anstieg auf 15 Kilometern. Oberhalb der Baumgrenze belohnt ein grandioses 360-Grad-Panorama über die Adria, die Stadt Bar, den Skadarsee und die Berggipfel bis nach Albanien hinein [29].
Rumija hat eine tiefe religiöse Bedeutung: Alljährlich am Dreifaltigkeitstag (fünfzig Tage nach Ostern) trägt eine traditionelle Prozession das Kreuz des heiligen Vladimir auf den Gipfel und vereint Teilnehmer aller drei Konfessionen – orthodoxe, katholische und muslimische – in einem bemerkenswerten Zeichen interreligiöser Eintracht [29].
Skadarsee – Zugang von Süden
Bar ist die einzige Stadt an der montenegrinischen Adria mit Zugang sowohl zum Meer als auch zum Nationalpark Skadarsee. Das wichtigste Tor zum See, Virpazar, liegt rund 25 km von Bar entfernt (etwa 30 Autominuten). Alternativ braucht der Zug von Bar nach Virpazar nur 30 Minuten und kostet etwa 2 EUR [30].
Der Skadarsee ist der größte See des Balkans und eines der wichtigsten Feuchtgebiete Europas. Hier leben rund 270 Vogelarten , darunter Krauskopfpelikane, Zwergscharben und verschiedene Reiher. Bootstouren ab Virpazar führen zu den Klöstern, Fischerdörfern und Seerosenfeldern des Sees [30].
Strände
Die Gemeinde Bar bietet entlang ihres Adriaküstenabschnitts eine Vielzahl von Stränden:
- Strand Topolica – zentraler Stadtstrand, Kies, volle Ausstattung
- Strand Susanj – beliebt bei Einheimischen, Bars und Restaurants
- Strand Canj – malerische Buchtenbucht im Norden
- Kleine Buchten Richtung Sutomore – für ungestörteres Baden
Das Wasser ist von Juni bis September warm genug zum Schwimmen [23][31].
Die Bahnstrecke Belgrad–Bar
Die Bahnstrecke Belgrad–Bar zählt zu den spektakulärsten und günstigsten Zugreisen Europas: Sie verbindet die serbische Hauptstadt mit der montenegrinischen Küste über 476 Kilometer Gleis. Fertiggestellt 1976 nach zwei Jahrzehnten Bauzeit, ist die Strecke ein Meisterwerk der Ingenieurskunst mit 254 Tunneln und 435 Brücken [32][33][34].
Das berühmteste Bauwerk ist der Mala-Rijeka-Viadukt: Mit 198 Metern über dem Flussbett war er zur Zeit seiner Errichtung die höchste Eisenbahnbrücke der Welt. Die Brücke misst 498 Meter in der Länge [32][33].
Die Fahrt dauert rund 11 Stunden und kostet etwa 25 EUR. Die landschaftlich schönsten Abschnitte liegen in Montenegro: die Querung des Skadar-Sees zwischen Virpazar und Podgoricasowie der dramatische Anstieg zwischen Podgorica und Kolašin durch tiefe Schluchten und über Almwiesen [32][33][34].
Tipp: Wer die beste Aussicht sucht, setzt sich in Richtung Süden auf die rechte Seite des Zuges, in Richtung Norden auf die linke [33].
Fähre nach Bari, Italien
Bar ist mit dem italienischen Hafen Bari durch eine regelmäßige Fährverbindung verbunden, betrieben von Montenegro Lines. Die Überfahrt dauert etwa 8 Stunden (Abfahrt in der Regel am späten Abend, Ankunft am frühen Morgen) und findet ganzjährig statt, im Sommer häufiger (von Mai bis November zweimal wöchentlich, im Winter einmal wöchentlich) [35][36].
Der Fährterminal liegt rund 2 km südöstlich des Stadtzentrums von Bar, etwa 30 Minuten zu Fuß; befördert werden Passagiere ebenso wie Fahrzeuge. Diese Verbindung macht Bar zu einem praktischen Tor zwischen dem Balkan und Süditalien [35][36].
Wandern rund um Stari Bar
Die Gegend um Stari Bar und die Ausläufer der Rumija bieten hervorragende Wandermöglichkeiten durch mediterrane Macchia, Olivenhaine und Kiefernwälder. Wege führen von Stari Bar zum Alten Olivenbaum, in die umliegenden Dörfer und hinauf in die Vorberge der Rumija – vom leichten Spaziergang bis zur anspruchsvollen Bergtour ist alles dabei [29][31].
5. Praktische Informationen
Anreise
- Mit der Fähre: regelmäßige Verbindung ab Bari, Italien (etwa 8 Stunden) [35][36]
- Mit dem Zug: Endpunkt der Bahnstrecke Belgrad–Bar; außerdem Regionalzüge nach Podgorica, Virpazar und in weitere montenegrinische Städte [32][33]
- Mit dem Bus: regelmäßige Verbindungen nach Podgorica (1,5 Stunden), Budva (1 Stunde), Ulcinj (30 Minuten) sowie zu weiteren Zielen an der Küste und im Landesinneren
- Mit dem Auto: Die Küstenstraße (E65/Adria-Magistrale) verbindet Bar mit Budva (55 km nördlich) und Ulcinj (25 km südlich); Podgorica liegt rund 55 km landeinwärts
- Nächstgelegene Flughäfen: Flughafen Podgorica (TGD, 60 km) und Tivat Flughafen (TIV, 80 km)
Hafen und Verkehrsknotenpunkt
Bar ist Montenegros größter und wichtigster Seehafenund wickelt nahezu den gesamten Überseehandel des Landes ab. Der moderne Hafen kann rund 5 Millionen Tonnen Frachtumschlagen; in seiner heutigen Form nahm er am 13. Juli 1983 nach dem Wiederaufbau infolge des Erdbebens offiziell den Betrieb auf. Die EU hat den Hafen von Bar als wesentlichen Bestandteil der montenegrinischen Verkehrsinfrastruktur und Wirtschaft anerkannt [10].
Die Stadt ist der südliche Endpunkt der Bahnstrecke Belgrad–Bar und verfügt über einen gut angebundenen Busbahnhof mit regelmäßigen nationalen und internationalen Verbindungen.
Klima
Bar genießt mediterranes Klima mit etwa 270 Sonnentagen im Jahrund zählt damit zu den sonnigsten Orten an der Adria. Die Sommer sind warm und trocken (im Juli durchschnittlich rund 25–27 C), die Winter mild und feucht. Die Badesaison reicht von Juni bis September.
Unterkunft
Bar bietet Unterkünfte aller Art – von Hotels am Wasser über moderne Apartments bis zu familiengeführten Pensionen in den Dörfern rund um Stari Bar. Da die Stadt weniger touristisch ist als Kotor oder Budva, stimmt hier das Preis-Leistungs-Verhältnis meist besser.
Reisevorschlag (2–3 Tage)
- Tag 1: Ruinen von Stari Bar und Alter Olivenbaum; Mittagessen in den Restaurants unterhalb der Festung; Spaziergang durch die Olivenhaine
- Tag 2: Museum im Palast von König Nikola, Strand von Topolica, Uferpromenade; Sundowner am Meer
- Tag 3: Tagesausflug zum Skadar-See (Zug nach Virpazar, Bootstour) oder Wanderung zur Festung Haj-Nehaj oberhalb von Sutomore
6. Bewertungen und Eindrücke von Besuchern
Ein unterschätztes Kleinod
Reisejournalisten beschreiben Bar immer wieder als eines der am meisten unterschätzten ReisezieleMontenegros. Während Kotor und Budva die Reiserouten beherrschen, bietet Bar ein ebenso reiches historisches Erlebnis – nur ohne die Menschenmassen. Ein Reiseblogger schrieb: „Bar taucht vielleicht in keinem Hochglanzprospekt auf, aber es ist eine dieser unterschätzten Städte Montenegros, in denen das Leben langsamer geht" [31][37].
Eindrücke von Stari Bar
Wer Stari Bar besucht, zählt den Ort häufig zu den eindrücklichsten Erlebnissen in Montenegro. Die Ausmaße der Ruinenstadt – 600 Gebäude über eine Anhöhe verteilt –, die Bergkulisse und die verhältnismäßige Abwesenheit anderer Touristen erzeugen eine geradezu entrückte Atmosphäre. Jules Brown schrieb vom Gang „durch die Ruinen der verlorenen Stadt Stari Bar" und traf damit die eindringliche Schönheit des Ortes [14][38].
Die Bedeutung des Alten Olivenbaums
Der Alte Olivenbaum gehört auf TripAdvisor beständig zu den bestbewerteten Sehenswürdigkeiten von Bar. Besucher beeindruckt nicht nur das Alter des Baumes (nach wissenschaftlicher Schätzung 2.247 Jahre), sondern seine lebendige Gegenwart: Dass er noch immer Früchte trägt, verbindet die Besucher mit einer ununterbrochenen Kette des Anbaus, die bis vor das Römische Reich zurückreicht. Die Legende von der Versöhnung gibt dem Ort eine zusätzliche emotionale Tiefe – hierher kamen Verfeindete, um Frieden zu schließen [19][20][21].
Die Bahnstrecke Belgrad–Bar
Die Zugfahrt gilt vielfach als eine der landschaftlich schönsten und zugleich günstigsten Bahnerlebnisse Europas. Bewertungen auf TripAdvisor und in Reiseblogs heben die dramatische Bergwelt hervor, die Ingenieurskunst der Brücken und Tunnel und das Abenteuergefühl, den Balkan für rund 25 EUR mit der Bahn zu durchqueren [32][33][34].
Fazit
Bar ist eine Stadt von außergewöhnlicher Tiefe. Ihre Geschichte reicht von bronzezeitlichen Siedlungen über die römische, byzantinische, serbische, venezianische und osmanische Zeit. Ihr archäologisches Erbe in Stari Bar gehört zu den bedeutendsten auf dem Balkan. Ihre Lage zwischen dem Rumija-Massiv und der Adria, mit dem Skadar-See gleich hinter den Bergen, ist überwältigend. Und ihre lebendigen Traditionen – allen voran der über zwei Jahrtausende zurückreichende Olivenanbau – verbinden die Gegenwart auf greifbare, schöne Weise mit der Antike.
Wer bereit ist, über die bekannteren Küstenorte Montenegros hinauszuschauen, findet in Bar Authentizität, Geschichte, Naturschönheit und ein mediterranes Lebenstempo, das der Massentourismus noch nicht verändert hat.
Am Anfang steht die Karte: drei Seiten von Bar
Das moderne Bar ist der praktische Mittelpunkt. Promenade und Palastanlage von König Nikola, der Rand des Jachthafens, Geschäfte und Verkehrsterminals liegen in der Küstenstadt. Stari Bar ist der historische Ankerpunkt am Hang darüber, Mirovica die Station des Olivenbaums. Wer alle drei spontan als kurzen Uferspaziergang aneinanderreihen will, verpasst Eingänge, läuft gefährlich an Straßen entlang und hat zu wenig Zeit für die archäologische Stätte.
Nutzen Sie zwischen dem Küstenzentrum und den Zielen im Hinterland ein Taxi, einen bestätigten örtlichen Transport oder den eigenen Wagen. Schließen Sie aus einer Linie auf der Karte nicht auf einen sicheren durchgehenden Fußweg: Gehwege in der Stadt, Steigungen, Kreuzungen und die Sommerhitze verändern die Rechnung. In Stari Bar erwarten Sie Stein, Stufen und wenig Schatten; keine der ausgewerteten Quellen weist eine vollständig geprüfte stufenfreie Route aus.
| Zone | Was es ist | Hinweis zur Anreise |
|---|---|---|
| Modernes Bar | Promenade + Museum | Bahn + Arbeitshafen |
| Stari Bar | Befestigte Ausgrabungsstätte | rund 4 km landeinwärts |
| Mirovica | Gelände des Alten Olivenbaums | Anreise gesondert prüfen |
| Alle Zonen | Transfers bestätigen | Nicht von durchgehend sicheren Gehwegen ausgehen |
Quelle: bar.me, kucamaslina.me, lukabar.me
Wie aus der Festungsstadt eine Küstenstadt wurde
Die Geschichte der Gemeinde Bar beginnt im Ungewissen: Archäologische Funde belegen sehr frühes Leben in der Gegend, das genaue Gründungsdatum der Stadt ist historisch jedoch nicht gesichert. Die offizielle Stadtgeschichte verfolgt die Namen Antibareos, Antibarum und Bar und nennt dann drei politische und kirchliche Wendepunkte: den Sieg des Fürsten Vojislav bei Bar 1042, die Anerkennung Mihailos als König 1077 und die Erhebung des Erzbistums Bar 1089.
Danach wechselte die Herrschaft zwischen Byzantinern, der Nemanjić-Dynastie, den Balšići, Venedig und dem Osmanischen Reich. Die lange venezianische Phase im 15. und 16. Jahrhundert und die osmanische Herrschaft von 1571 bis 1878 hinterließen innerhalb derselben Mauern jeweils andere Bauten. 1878 nahmen montenegrinische Truppen die Festung nach Belagerung und Beschuss ein; das Leben hinter den Mauern ging danach nicht einfach weiter. Die Bewohner zogen zunächst in die Vorstadt und dann hinunter nach Pristan an der Küste.
Die Abfolge der Verkehrsprojekte ist entscheidend. Das Archiv des Hafens von Bar datiert die Bahnstrecke Pristan–Virpazar auf 1908. Die moderne Linie Belgrad–Bar wurde 1976 eröffnet. Pristan selbst wich der Hafenerweiterung, und Topolica nahm einen Großteil des Wachstums der Küstenstadt auf. Das Erdbeben von 1979 beschädigte anschließend sowohl das historische Erbe als auch die moderne Infrastruktur. Das heutige Bar ist keine achtlos am Meer wiederaufgebaute alte Stadt, sondern das Ergebnis von Krieg, Umsiedlung, Hafenplanung, Eisenbahnbau und Erdbebenwiederaufbau.
| Jahr | Ereignis | Art |
|---|---|---|
| 1042 | Schlacht bei Bar | politisch |
| 1077 | Mihailo | politisch |
| 1089 | Erzbistum | Kirchlich |
| 1571 | Osmanische Herrschaft | Politisch |
| 1878 | Belagerung und Verlegung | Politisch |
| 1908 | Bahnlinie Virpazar | Verkehr |
| 1976 | Bahnlinie Belgrad | Verkehr |
| 1979 | Erdbeben | Ereignis |
| Hinweis | Lokalbahn von 1908 ≠ Bahnstrecke Belgrad–Bar von 1976 |
Quelle: bar.me, lukabar.me
Stari Bar in Schichten lesen – nicht als Checkliste von Sehenswürdigkeiten
Das kommunale Denkmalverzeichnis verortet Stari Bar rund vier Kilometer vom Meer entfernt auf 4,5 Hektar. Es bezeichnet die Festung als Freilichtmuseum und führt konservierte Kirchen, Paläste, Gewölbe und Ölmühlen auf, dazu ein Besucherzentrum im ehemaligen Zollhaus, ein archäologisches Museum im Erzbischofspalast, einen Kreativ-Hub und einen Hamam.
Bei der Zahl der Objekte gehen die Angaben auseinander. Die Gemeinde spricht von Überresten von mehr als 250 Bauwerken, die montenegrinische UNESCO-Eingabe von rund 600 öffentlichen und privaten Gebäuden. Möglicherweise werden erhaltene Überreste und historische Bauten unterschiedlich gezählt. Aus keiner der beiden Zahlen sollte man das Versprechen ableiten, Hunderte einzeln erschlossene Innenräume stünden offen.
Auch die Datierungen widersprechen sich. Die Gemeinde setzt das Aquädukt an das Ende des 16. oder den Anfang des 17. Jahrhunderts. Der UNESCO-Text nennt das 18. Jahrhundert. „Aquädukt aus osmanischer Zeit“ ist deshalb sicherer, als sich auf ein exaktes Datum festzulegen. Diese Zurückhaltung gilt überall: Eine Mauer kann mittelalterliche, venezianische, osmanische und konservatorische Phasen zugleich in sich tragen.
Kirchen, Moscheen und Profanbauten gehören zur materiellen Geschichte von Bar, doch das Nebeneinander sollte man an Belegen ablesen und nicht an einer allgemeinen Harmonieformel. Wie sich orthodoxes, islamisches und literarisches Erbe in einer Stadt vergleichbar quellennah behandeln lässt, zeigt der Kulturspaziergang durch Bijelo Polje.

Die Tentativliste der UNESCO ist kein Welterbe-Status
Die UNESCO führt die Altstadt von Bar auf Montenegros Tentativliste, eingereicht am 6. Juli 2010 nach den Kulturkriterien (ii), (iii) und (v). Eine Tentativliste ist ein Verzeichnis von Stätten, deren Nominierung ein Staat erwägen kann. Sie ist eine notwendige Planungsstufe, aber keine Eintragung durch das Welterbekomitee.
Das schmälert die nationale Bedeutung von Stari Bar nicht. Es bewahrt Leserinnen und Leser jedoch vor einem praktischen Irrtum: Die UNESCO legt weder Eintritt noch Öffnungszeiten, Wegzustand oder Barrierefreiheit fest. Erkundigen Sie sich beim Kulturzentrum Bar oder bei der Tourismusorganisation nach dem Öffnungstag – und halten Sie sich vor Ort an Absperrungen und Anweisungen des Personals.
| Stufe | Status |
|---|---|
| Tentativliste | Eingereicht 2010 |
| Nominierung | Hier nicht belegt |
| Welterbe | Nicht eingetragen |
| Aktuell belegter Status | Tentativliste |
Quelle: whc.unesco.org
Der Palast von König Nikola erklärt das moderne Topolica
Das Kulturzentrum gibt an, der Palast am Meer werde erstmals 1885 erwähnt, und schreibt den Entwurf dem Hofarchitekten Josip Slade zu. Die Tourismusorganisation beschreibt eine Anlage aus großen und kleinen Residenzen, Kapelle, Wachgebäude, Wintergarten und Landschaftspark, errichtet für Prinzessin Zorka und Petar Karađorđević. Heute beherbergt das Hauptgebäude das Heimatmuseum von Bar.
Nutzen Sie unseren ausführlichen Führer zum Palast von König Nikola für die Belege hinter der Geschichte vom Hochzeitsgeschenk. Als weiteren Vergleich von Palast und Garten an der Küste zeigt der Führer zum Buća-Palast und zum Park von Tivat wie herrschaftliche Residenzen später ins städtische Leben übergingen. Verlassen Sie sich nicht auf alte Preise aus Suchergebnissen oder auf saisonal geteilte Öffnungszeiten: Erfragen Sie den aktuellen Museumszugang direkt.
Der alte Olivenbaum: eine Altersschätzung, kein Nachweis eines Weltrekords
Ein Bericht der montenegrinischen Regierung zu einem Projekt von 2015 nennt eine Expertenschätzung von rund 2.240 Jahren für den Baum von Mirovica. Er war einer von zwei beprobten Bäumen mit einem Alter über 2.000 Jahren. Das ist ein bemerkenswerter Befund – aber eben eine Schätzung. Wer die Zahl jeden Januar um ein Jahr erhöht, erzeugt eine Scheingenauigkeit, und der „älteste Olivenbaum der Welt“ setzte einen globalen Vergleich voraus, den diese Studie nicht angestellt hat.
Das Nationale Haus der Oliven veröffentlicht einen aktuellen Kontakt der Ticketkasse sowie ein Anmeldeformular für den Besuch des alten Olivenbaums. Nutzen Sie diesen Weg für den derzeitigen Zugang. Ein Zaun beziehungsweise eine Plattform schützt den Baum: Bleiben Sie außerhalb der Absperrungen, nehmen Sie keine Blätter, Rinde oder heruntergefallenes Holz mit, und rechnen Sie nicht damit, dass der Baum bei Ihrem Besuch Früchte trägt.

| Kategorie | Punkt | Detail |
|---|---|---|
| Belegt | rund 2.240 Jahre | Schätzung von 2015 |
| Jetzt zu tun | Besucherkontakt prüfen | Absperrungen beachten |
| Nicht belegt | Genaues Pflanzjahr | Titel als ältester Baum der Welt |
| Lesart | Eine Schätzung ist ein starker Beleg | Aber kein exaktes Geburtsdatum |
Quelle: gov.me, kucamaslina.me
Die beste Strandwahl stützt sich auf aktuelle Proben
Der ältere Artikel stellt den Stadtstrand allein deshalb infrage, weil er nahe am Hafen liegt. Das ist keine hygienische Untersuchung. Der Bericht von Morsko dobro vom 28. August 2026 stuft auf Grundlage der zwischen dem 17. und 21. August entnommenen Proben 12 der 15 überwachten Stellen in der Gemeinde Bar als ausgezeichnet und drei als gut ein. Das Ergebnis beruhigt für diese Messrunde; ein dauerhaftes Versprechen für jeden Küstenabschnitt ist es nicht.
Prüfen Sie vor dem Schwimmen das jüngste amtliche Messergebnis für die konkrete Badestelle und achten Sie dann auf Flaggen und örtliche Aushänge. Nach starkem Regen, einer Einleitung oder einer neueren Probe können sich die Verhältnisse ändern. Maßgeblich und aktuell ist Morsko dobro – nicht ein alter Stadtführer und nicht der Augenschein vom Ufer.
Passt die nächstgelegene Bucht nicht, wechseln Sie lieber den Ort, statt pauschal alle Strände von Bar für sauber oder schmutzig zu erklären. Halten Sie Kinder und ungeübte Schwimmer unabhängig von jeder mikrobiologischen Bewertung von Hafeneinfahrten, Marinas, Bootsgassen und ungesicherten Felseinstiegen fern.
Praktische Verkehrsfragen für 2026
Bahn: Der offizielle Personenverkehrsbetreiber bietet eine Suche nach Reisedatum für die Strecke Bar–Podgorica sowie für internationale Verbindungen, dazu eine Telefonnummer des Bahnhofs Bar. Suchen Sie nach dem tatsächlichen Reisedatum und prüfen Sie kurz vor der Abfahrt erneut. Saisonfahrpläne, Bauarbeiten und der grenzüberschreitende Betrieb können sich ändern; ein historisches Eröffnungsdatum von 1976 ist kein Fahrplan.
Straße: Die Route über Sozina ist die wichtigste schnelle Zufahrt von der Seite des Skadarsees und Podgoricas. Die aktuelle Tabelle von Monteput weist für die zweite Standard-Fahrzeugkategorie 2,50 € aus, definiert über die Achszahl und die Höhe an der ersten Achse. Für andere Fahrzeuge gelten andere Sätze. Prüfen Sie Kategorie und aktuelle Verkehrsmeldung erneut und planen Sie im Sommer Zeit für Staus ein.
Schiff: Bar ist nach wie vor ein aktiver Fracht- und Passagierhafen mit langer Fährtradition. Die aktuelle Verkehrsseite der Gemeinde Bar lieferte jedoch keine brauchbare Fährabfahrt, und für diesen Führer ließ sich keine verlässliche aktuelle Verbindung Bar–Italien bestätigen. Buchen Sie Unterkunft oder Fahrzeuglogistik nicht im Vertrauen auf eine Fähre, solange kein benannter Betreiber für Ihr Datum eine buchbare Abfahrt anbietet.
| Verkehrsmittel | Vorliegende Belege | Letzte Prüfung |
|---|---|---|
| Zug | Offizielle Datumssuche und Kontakt des Bahnhofs | Abfahrt, Störungen, Reservierung und Rückfahrt |
| Auto über Sozina | Offizielle Mautkategorien und Verkehrsbetreiber | Fahrzeugklasse, Verkehrsmeldung und Parken |
| Transfer vor Ort | Getrennte Besucherzonen an der Küste und im Hinterland | Sicherer Abholpunkt, Fahrpreis und Rückfahrt vor der Abfahrt klären |
| Internationale Fähre | Historische Verbindung; in der geprüften Liste für 2026 keine bestätigte Route | Buchbare Abfahrt eines Betreibers – kein alter Fahrplan |
| Verkehrsmittel | Erste Prüfung | Zweite Prüfung |
|---|---|---|
| Bahn | Reisedatum suchen | Störungen erneut prüfen |
| Straße | Fahrzeug einordnen | Verkehrslage prüfen |
| Fähre | Aktuellen Betreiber ermitteln | Buchung erforderlich |
| Regel | Historische Strecke ≠ heutige Abfahrt |
Quelle: zpcg.me, monteput.me, bar.me
Einen realistischen Ein- oder Zweitagesplan aufstellen
Ein konzentrierter Tag: Beginnen Sie in Stari Bar, solange die Temperaturen noch niedriger sind, und lassen Sie Gelände und Ausstellungen das Tempo bestimmen. Fahren Sie erst dann weiter nach Mirovica, wenn der Zugang zum Alten Olivenbaum bestätigt ist. Zum Abschluss bietet sich die Promenade mit dem Palastbereich von König Nikola an – wer baden möchte, richtet sich nach dem jüngsten Ergebnis der Wasserprüfung. Legen Sie für Orte mit wechselnden Öffnungszeiten keine minutengenauen Zeitfenster fest.
Zwei Tage: Halten Sie Festung und Olivenlandschaft zusammen und gönnen Sie dem modernen Bar, dem Museum und der Küste einen eigenen Tag. Das schützt vor einem geschlossenen Innenbereich und lässt Raum für die Geschichte der Hafenstadt. Für eine längere Route durch das Land eignet sich unsere siebentägige Montenegro-Route; wer weiter nach Süden reist, sollte den Reiseführer von Montenegro nach Albanien zu Rate ziehen, statt anzunehmen, dass jede Grenz- oder Businformation noch gilt.
Wer ein anderes archäologisches Terrain sucht, vergleicht die Belegstandards im Reiseführer zu den römischen Mosaiken von Risan. Wenn sich Ihre Reisedaten um ein Kulturfestival drehen, zeigt der Reiseführer zur Theaterstadt Budva , warum Programme, Spielstätten und Zugänge überprüft und nicht aus einem alten Jahresprogramm übernommen werden sollten.
Quellen
[1] Wikipedia – „Bar, Montenegro" https://en.wikipedia.org/wiki/Bar,_Montenegro
[2] Visit Montenegro – „The History of Bar" https://www.visit-montenegro.com/destinations/bar/info/history/
[3] Montenegro.org – „Ultimate Guide to Stari Bar" https://montenegro.org/stari-bar-montenegro-exploration/
[4] Wikipedia – „Roman Catholic Archdiocese of Bar" https://en.wikipedia.org/wiki/Roman_Catholic_Archdiocese_of_Bar
[5] Wikipedia – „Archdiocese of Bar" https://en.wikipedia.org/wiki/Archdiocese_of_Bar
[6] Bar Chronicle – Olive Queen / Rental Villa in Montenegro https://olivequeen.me/bar-chronicle/
[7] Lonely Planet – „Haj-Nehaj Fortress" https://www.lonelyplanet.com/montenegro/coastal-montenegro/attractions/haj-nehaj-fortress/a/poi-sig/1526208/360152
[8] MonteGuide – „Haj Nehaj Fortress in Sutomore, Montenegro" https://monteguide.com/haj-nehaj-fortress/
[9] MonteGuide – „Old Bar: History and How to Get There" https://monteguide.com/bar-old-town-old-bar/
[10] Wikipedia – „Port of Bar" https://en.wikipedia.org/wiki/Port_of_Bar
[11] Wikipedia – „1979 Montenegro Earthquake" https://en.wikipedia.org/wiki/1979_Montenegro_earthquake
[12] Radio Free Europe – „Montenegro Then And Now: 45 Years After Devastating Earthquake" https://www.rferl.org/a/montenegro-earthquake-1979/32907282.html
[13] Panacomp – „Old Bar – Stari Bar Montenegro" https://www.panacomp.net/old-bar-stari-bar-montenegro/
[14] Jules Told Me – „Among the Ruins in the Lost City of Stari Bar, Montenegro" https://julestoldme.com/2019/10/23/among-the-ruins-in-the-lost-city-of-stari-bar-montenegro/
[15] Tropter – „Old Bar Fortress – Stari Bar – Montenegro" https://tropter.com/en/montenegro/stari-bar/old-bar-fortress
[16] UNESCO World Heritage Centre – „Old Town of Bar" https://whc.unesco.org/en/tentativelists/5562/
[17] Wikipedia – „Bar Royal Palace" https://en.wikipedia.org/wiki/Bar_Royal_Palace
[18] Balkazaar – „The Royal Destiny of King Nikola's Palace in Bar" https://balkazaar.com/2024/01/17/replaced-by-his-son-in-law-the-royal-destiny-of-king-nikolas-palace-in-bar-the-first-and-last-king-of-montenegro/
[19] TripAdvisor – „Old Olive Tree Reviews" https://www.tripadvisor.com/Attraction_Review-g608961-d4040523-Reviews-Old_Olive_Tree-Bar_Bar_Municipality.html
[20] Discover Montenegro – „Mirovica Olive Tree" https://www.discover-montenegro.com/mirovica-olive-tree/
[21] Wikipedia – „Stara Maslina" https://en.wikipedia.org/wiki/Stara_Maslina
[22] Marine Project – „Marina Bar Montenegro" https://marine-project.com/marinas/marina-bar-montenegro-mediterranean-sea/
[23] Beachrex – „Beach Topolica - Bar" https://www.beachrex.com/en/montenegro/bar/bar-beaches/beach-topolica
[24] UNIDO – „Montenegro: Capitalizing on the Thousand-Year-Old Olive Trees" https://www.unido.org/news/montenegro-capitalizing-thousand-year-old-olive-trees
[25] Olive Oil Times – „Quality Push Redefines Olive Oil Production in Montenegro" https://www.oliveoiltimes.com/business/quality-push-redefines-olive-oil-production-in-montenegro/142252
[26] Tiny Montenegro – „Maslinijada, Olive Festival in Montenegro" https://tinymontenegro.com/2023/10/20/maslinijada/
[27] Montenegro For Travellers – „Maslinijada in Bar" http://www.montenegrofortravellers.com/en/event/maslinijada-bar
[28] Montenegro For Travellers – „Bar's Chronicles Art Festival" http://www.montenegrofortravellers.com/en/event/bars-chronicles-art-festival
[29] SummitPost – „Rumija: Climbing, Hiking & Mountaineering" https://www.summitpost.org/rumija/479280
[30] Skadar Lake Boat Cruise – „How to Get to Lake Skadar" https://skadarlakeboatcruise.com/blog/how-to-get-to-lake-skadar/
[31] Life On The Roam – „10 Best Things to Do in Bar, Montenegro" https://lifeontheroam.com/bar-montenegro/
[32] Seat61 – „Train from Belgrade to Podgorica & Bar" https://www.seat61.com/belgrade-to-bar-railway.htm
[33] Wikipedia – „Belgrade-Bar Railway" https://en.wikipedia.org/wiki/Belgrade%E2%80%93Bar_railway
[34] Lonely Planet – „Belgrade-Bar Railway: The Ultimate Balkans Train Trip" https://www.lonelyplanet.com/articles/belgrade-bar-railway-the-ultimate-balkans-train-trip
[35] Ferryhopper – „Ferries Bar 2026: Schedules & Tickets" https://www.ferryhopper.com/en/ferries/montenegro/bar
[36] Direct Ferries – „Bar to Bari Ferry" https://www.directferries.com/bar_bari_ferry.htm
[37] The Culture Trip – „The 9 Best Things To Do In Bar, Montenegro" https://theculturetrip.com/europe/montenegro/articles/top-9-things-to-do-in-bar-montenegro
[38] Adriacom – „Bar's Old Town: From Ghost Town to Open-Air Museum" https://adriacom.me/old-town-bar/
[39] Celebrity Cruises – „Insider's Guide to Bar, Montenegro" https://www.celebritycruises.com/blog/bar-montenegro
[40] Britannica – „Bar | History, Geography, & Points of Interest" https://www.britannica.com/place/Bar-Montenegro
[41] Caeli Travel – „The City of Bar: A Hidden Gem of Montenegrin Coast" https://www.caelitravel.com/blog/the-city-of-bar-a-hidden-gem-of-the-montenegrin-coast
[42] Caeli Travel – „Oldest Olive Tree in Europe in Stari Bar, Montenegro" https://www.caelitravel.com/blog/oldest-olive-tree-in-europe-in-stari-bar-montenegro






